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Institut für Theaterwissenschaft

2010 Frühjahrssemester

Grundbegriffe Dramenanalyse und Produktionsdramaturgie

Veranstaltungsdaten: 
Mittwoch 14-16 (Beginn: 24.02.2010, Ende: 02.06.2010), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude, SR 114.
Beschreibung: 

"Ein Schönes ist, was Anfang, Mitte und Ende hat“ stellt Aristoteles in seiner Poetik fest und gibt damit eine entscheidende Direktive für jede Art von dramatischem Text. Gilt dieses Diktum immer noch? Was macht Gustav Freytag daraus? Wie wehrt sich Brecht dagegen? Was halten René Pollesch und andere zeitgenössische Theatermacher davon? Ausgehend von Aristoteles' Poetik widmet sich die Veranstaltung der Erarbeitung dramaturgischer Grundbegriffe. Anhand ausgewählter Dramen und Aufführungen werden narrative Strukturen und Funktionen hinterfragt und die praktische Umsetzung bzw. die bühnentechnischen Implikationen dieser Texte untersucht. Als Vorbereitung auf den Kurs wird die Lektüre von Aristoteles' Poetik sowie Sophokles' Oedipus rex erwartet. Eine detaillierte Liste der zu diskutierenden Theatertexte und Aufführungen folgt in der ersten Sitzung. Folgende Ausgaben dienen als Grundlage:
* ARISTOTELES: Poetik. Griechisch/Deutsch, hg. und übersetzt von Manfred Fuhrmann. Stuttgart 1982.
* Dramaturgie-Kapitel in: Kotte, Andreas: Theaterwissenschaft. Eine Einführung. Köln 2005. S. 202-222.
* SOPHOKLES: König Ödipus. Tragödie. Übersetzt von Kurt Steinmann. Stuttgart 1986.

Hinweise: 

Der Grundkurs kann nur zusammen mit der Übung „Szenische Vorgänge beschreiben und strukturieren“ (S6143) besucht werden.
Anmeldung für Grundkurs und Übung im ePUB/ePhi bis am 22. Februar 2010!

Bewegungsforschung

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 14-18 Uhr, Sitzungen: 23.02. (Uni Bern), 02.03. (ZHdK Zürich), 09.03. (Uni Bern), 16.03. (ZHdK Zürich), 23.03. (Uni Bern), 30.03. 2010 (ZHdK Zürich), 2 SWS; Als Übung: 3 ECTS, als Ba-Seminar: 5 ECTS-Punkte. Ort: Von Roll 006.
Beschreibung: 

In der Geschichte des Modernen Tanzes führt Bewegungsforschung immer wieder zur Entdeckung neuen tänzerischen Materials. Während im Ausdruckstanz die Suche nach dem individuellen Bewegungsausdruck im Vordergrund stand, ist es Choreographen wie Merce Cunningham um variierbares Material jenseits einer persönlichen Einschreibung getan. In zeitgenössischen Tanzproduktionen schliesslich ist Forschung am und durch den Körper Thema der künstlerischen Auseinandersetzung selbst geworden. Als Methoden dienen den Künstler/innen in der Regel improvisatorische Verfahren. Durch körperliche Interaktion, durch Zufallsordnungen oder andere räumliche und zeitliche Strukturierungsvorgaben versuchen sie, das Bewegungsspektrum des tanzenden Körpers aufzusprengen. Entsprechend hat die Bewegungsforschung in der künstlerischen Praxis meist die Bewegungsfindung sowie die kritischen Befragung derselben zum Ziel. Die Tanzwissenschaft erforscht demgegenüber spezifische Bewegungsweisen, -formen und -techniken durch Beobachtung, Analyse und Interpretation. Sie untersucht, wie das zeitlich-flüchtige Phänomen der Bewegung aufgezeichnet, dargestellt und für die wissenschaftliche und künstlerische Arbeit archiviert werden kann. Die Übung möchte beide Herangehensweisen in produktiver Verbindung fruchtbar machen, indem praktische und theoretische Konzepte der Bewegungsforschung diskutiert und am eigenen Körper erprobt werden. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Tina Mantel, Projektleiterin des Bachelor Tanz der Zürcher Hochschule der Künste statt, und wird als sechsteiliger Blockkurs abwechselnd in Bern und Zürich durchgeführt. Die Teilnehmenden sind selbst für die Organisation der Reise zuständig.

Literatur: 

Huschka, Sabine: Moderner Tanz. Konzepte – Stile – Utopien. Reinbek bei Hamburg 2002. Lampert, Friederike: Tanzimprovisation. Geschichte – Theorie – Verfahren – Vermittlung. Bielefeld 2007.
Laban, Rudolf von: Choreutik. Grundlagen der Raum-Harmonielehren des Tanzes. Wilhelmshaven 1991.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Szenische Vorgänge beschreiben und strukturieren

Veranstaltungsdaten: 
Mittwoch 16-18 (Beginn: 24.02.2010, Ende: 02.06.2010), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte
Beschreibung: 

In Ergänzung zum Grundkurs widmet sich die Übung verstärkt der Analyse von Aufführungen. Die fachkundige Analyse läßt Strukturen und Mechanismen einer Aufführung erkennen und ermöglicht solchermaßen nicht nur nicht nur einen Rückschluß auf das theatrale Ereignis sondern bildet die Voraussetzung für jede dramaturgische Arbeit. Anhand der Fragen, wie sich das Gesehene beschreiben und mit welchen theoretischen Ansätzen sich eine Aufführung am prägnantesten erfassen läßt, sollen die Studierenden an diese – für die Theaterwissenschaft zentrale Methode – herangeführt werden. Zudem stehen praxisorientierte Fragestellungen von Dramaturgie im Zentrum dieser Lehrveranstaltung. Der Besuch der Übung im Anschluss an den Grundkurs ist obligatorisch und kann nicht in einem anderen Semester vor- bzw. nachgeholt werden.

Hinweise: 

Anmeldung für Grundkurs und Übung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!
Die Übung kann nur zusammen mit dem Grundkurs „Grundbegriffe Dramenanalyse und Produktionsdramaturgie“ (S6149) besucht werden.

Virtuosität

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 10-12 (Beginn: 23.02.2010, Ende: 01.06.2010), 2 SWS, 6 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude 208.
Beschreibung: 

Der Virtuose gilt gemeinhin als meisterhafter Beherrscher seiner Metiers. Kritisch wird ihm aber – historisch immer wiederkehrend – auch etwa der „Effekt[] um jeden Preis“ unterstellt, er wird als geistlos oder gar als kunstfern bezeichnet. Im Seminar soll es um verschiedene Konzepte von Virtuosität gehen, um affirmative sowie um kritische. Dabei steht die Tanzkunst im Vordergrund: Spitzentänzerinnen, „Pirouettenschleudern“, „Sprungkönige“, „Crash-and-burn-dancers“ usw. Freilich werden aber auch Virtuositätsdebatten aus dem Schauspielbereich, der Musik usw. herangezogen. Der historische Schwerpunkt liegt dabei v.a. im 19. Jahrhundert, frühere und spätere (bis heutige) Diskurse sollen aber – je nach Fokus – ebenfalls Gegenstand der Diskussion sein. Je nach Angebot werden auch Aufführungen besucht.

Literatur: 

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

  • Arburg, Hans Georg von u.a. (Hg.): Virtuosität. Kult und Krise der Artistik in der Literatur und Kunst der Moderne. Göttingen 2006.
  • Brandstetter, Gabriele: »Die Szene des Virtuosen. Zu einem Topos von Theatralität«. In: Hofmannsthal-Jahrbuch. Zur europäischen Moderne. Freiburg i.Br. 10/2002. S. 213-243.
  • Roséri, Margitta: Erinnerungen einer Künstlerin. Ein Buch über die Tanzkunst. Hannover 1891.
  • SFB 447 Kulturen des Performativen. Teilprojekt B12: Die Szene des Virtuosen: http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we07/forschung/sfb447/B12_die_szene_des_virtuosen/index.html (1.12.2009).
  • Thurner, Christina: Virtuosinnen am Limit – Zum Sport des weiblichen Körpers im zeitgenössischen Tanz. In: Freiburger GeschlechterStudien 23. Hrsg. v. Meike Penkwitt. Freiburg i. Brsg. 2009. S. 157-171.
  • Wiesel, Jörg: Zwischen König und Konstitution. Der Körper der Monarchie vor dem Gesetz des Theaters. Wien 2001.

Global Players

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 14-16 (Beginn: 23.02.2010, Ende: 01.06.2010), 2 SWS, 6 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude 208.
Beschreibung: 

Obgleich die Theatergeschichte immer durch einen starken interkulturellen Austausch geprägt war, so hat sich doch im 20. Jahrhundert eine neue programmatische Dimension dieses Austauschs herausgebildet: Man kann zunehmend vom Entstehen einer ‚globalen’ Theaterkultur in dem Sinne sprechen, dass sich Akteure und Ensembles teilweise systematisch an einem internationalen Publikum, wie es etwa auf Festivals präsent ist, orientieren und die interkulturelle Dimension zum aktiven Bestandteil ihrer Kunst machen. Das Seminar will an ausgewählten Beispielen diesem Phänomen nachspüren. Das Seminar wird mit einer Exkursion zum Festival „Theater der Welt“ vom 30. Juni bis 4. Juli 2010 nach Essen/ Mülheim a.d. Ruhr verbunden sein. Die Teilnahme an der Exkursion ist nicht obligatorisch, aber nur Teilnehmer des Seminars sind für die Teilnahme an der Exkursion qualifiziert. Weitere Informationen zu dieser Exkursion wird es Anfang kommenden Jahres geben.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Forschungskolloquium: Phänomene und Methoden

Veranstaltungsdaten: 
Montag 16-18 (Beginn: 22.02.2010, Ende: 31.5.2010), 2 SWS, 6 ECTS-Punkte. Ort: Hallerstr. 5, SR 204.
Beschreibung: 

Die Veranstaltung richtet sich an Doktoranden sowie an Studierende in der Phase der Vorbereitung ihrer Lizentiats- oder Masterarbeit im Studienprogramm Theaterwissenschaft/ Tanzwissenschaft. Es werden Lizentiats-, Master-, Doktorats-, Habilitations-, Buch- und Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert. Damit dient die Veranstaltung auch der Weiterbildung der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Institutes. Der Stand der grösseren Forschungsvorhaben des ITW Bern – „Berner Theatergeschichte“ sowie STEP (Project on European Theatre Systems), Teilprojekt „Das Theater der Schweiz“ – wird regelmässig resümiert, um Synergieeffekte in die Arbeit einfliessen lassen zu können. Ausserdem erörtern alle Beteiligten die aktuellen Entwicklungen der Theaterwissenschaft, werten theater-wissenschaftliche Kongresse aus und planen den Lehr- und Forschungsaustausch mit ausländischen Partnerinstituten.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Der Pakt – 7 Faust-Variationen

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 10-12 (Beginn: 25.02.2010, Ende: 03.06.2010), 2 SWS, 6 ECTS-Punkte. Ort: ITW, Hallerstr.5, Nr. 204.
Beschreibung: 

Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung mit einem der meist bearbeiteten Stoffe der Weltliteratur. Durch eine Beschränkung auf die jeweiligen Pakt-Szenen wird Vergleichbarkeit angestrebt. Die praktische Anwendung des begrifflichen Grundinventars für die dramaturgische Textanalyse und die Produktionsdramaturgie wird die Konsequenzen aufzeigen, die aus der Variation der Paktsituation für die einzelnen Werke, Inszenierungen und deren Wirkung resultieren. Wie können ein Motiv und ein Stoff verändert werden, damit sie eine spezifisch zeitgenössische Wirkung entfalten? In sieben Werken der Faustliteratur wird jeweils das Verhältnis zwischen Faust und Teufel/Mephisto dramaturgisch analysiert. Die Kenntnis von Faust-Verfilmungen und Inszenierungen wie jener von Peter Stein ist als Diskussionshintergrund von Vorteil. Visionierungen gehören als Bestandteil zum Seminar.

Literatur: 
  • Historia von D. Johann Fausten. Text des Druckes von 1587, hrsg. v. Stephan Füssel und Hans Joachim Kreutzer. Stuttgart 1988 (RUB 1516).
  • Christopher Marlowe: Die tragische Historie vom Doktor Faustus. Stuttgart 1980 (RUB 1128).
  • Der weltberühmte Doktor Faust. Schauspiel in 5 Aufzügen vom Strassburger Puppentheater. Strassburg 1942.
  • Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil/zweiter Teil. Stuttgart (RUB 1/2).
  • Imre Madàch: Die Tragödie des Menschen. Budapest 1957.
  • Thomas Mann: Doktor Faustus. Berlin 1975.
  • Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita. Berlin 1975.
Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Experten des Alltags: Das Amateurtheater in der Schweiz. Was macht nichtprofessionelles Theaterspiel aus?

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 15-18 (Beginn: 25.02.2010, Ende: 27.05.2010), 2 SWS, 5/6 ECTS-Punkte (für BA/MA), Termine: 25.02. BE, 11.3. ZH, 25.03. BE, 15.04. ZH, 22.04. BE, 29.04. ZH, 06.05. BE, 27.05. ZH + 2 Theaterbesuche (je einmal in Zürich und in Bern, Termine werden noch bekannt gegeben). Ort: Hauptgebäude 214.
Beschreibung: 

Es gibt eine Form kultureller Praxis, die nur ausnahmsweise in die Feuilletons der Zeitungen Eingang findet: die Laienbühne, das Liebhabertheater, der dörfliche Theaterverein oder die lokale Theatergesellschaft. Das Seminar setzt sich zum Ziel, dieses Phänomen in seiner geschichtlichen Entwicklung, vor allem aber in seinen heutigen Formen und Ausgestaltungen zu untersuchen. Die Studierenden werden sich eingehend mit jeweils einer der zahlreichen schweizerischen Laienbühnen (Liste der schweizerischen Laienbühnen: http://www.volkstheater.ch/vereine.asp) in Kontakt setzen und aufgrund eines im Seminar erarbeiteten Fragebogens Interviews mit Darstellern und Darstellerinnen, mit Regisseuren und weiteren Personen führen. Diese Feldforschung soll durch andere Dokumentationsformen (Plakate, Texthefte, Theaterstücke, Notizen, Fotografien, Zeitungsausschnitte, Fotografien, Tonband-/oder Videoaufzeichnungen) ergänzt werden. Das Theaterspiel der Laien soll dabei in seinem sozialen Kontext, in seinem Stil und seiner Totalität wahrgenommen werden, als Freizeitbeschäftigung und als Form des sozialen Umgangs mit anderen. Der Ausdruck „Experten des Alltags“, eigentlich geprägt für die Teilnahme von Laien an Produktionen der professionellen Freien Szene und an Stadttheateraufführungen, umschreibt recht genau ein wesentliches Ziel des Seminars, nämlich die Besonderheiten nichtprofessionellen Theaterspiels herauszufinden. Die Methoden Teilnehmende Beobachtung und Aufführungsanalyse sollen einander ergänzen. Deshalb die Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Populäre Kulturen der Universität Zürich und dem ITW Bern. Für dieses gehört das Seminar zum aktuellen Forschungsprojekt STEP (Teilprojekt „Das Theater der Schweiz“; http://www.theaterwissenschaft.ch/).

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Teilnahmebedingungen:
Je 15 Studierende beider Institute. Im ITW nach Liste ePhi, eine Warteliste wird geführt. Die Studierenden besuchen 8 Sitzungen und 2 Theatervorstellungen an Abenden der Sitzungstage (je eine im Raum Bern bzw. Zürich). Leistungsnachweis s.o., mündliches Referat, verschriftlicht 20'000 Zeichen. Räume und Literatur werden noch bekannt gegeben.

Intermediale Spurensicherungen: Theater|Medien|Ästhetik

Veranstaltungsdaten: 
Block 1: Donnerstag 18.03 (14:00-18:00 Uhr) ; Freitag 19.03 (10:00-13.00, 14:00-18:00 Uhr). Ort: ITW 204. Block 2: Donnerstag 20.05 (10:00-13:00, 14:00-18:00 Uhr); Freitag 21.05 (10:00-13:00,13:00-17:00 Uhr), 5/6 ECTS-Punkte
Beschreibung: 

Ist Theaterwissenschaft als Kulturwissenschaft in einer wesentlichen fachlichen Dimension bestimmt, so wird, gerade vor dem Hintergrund grundlegender, medial motivierter Umbrüche des sozio-kulturellen, politisch-ästhetischen und auch wahrnehmungsökonomischen Feldes, jene Ausprägung des Faches gefordert, welche die Theaterwissenschaft als Medienwissenschaft qualifiziert. Indes bleibt streitbar, ob Theater respektive theatrale Vorgänge und Wahrnehmungen überhaupt im Rahmen eines adäquaten Begriffs des Medialen besprochen und theoretisiert werden können – reicht doch das Auslegungsspektrum von Formeln wie Theater ist kein Medium, über Theater als Multi-Medium, über Theater als Medienverbund bis hin zu Erörterungen, die Theatralität als Medium zu theoretisieren suchen. Im Seminar werden daher grundlegende theaterästhetische und medientheoretische Texte behandelt, die Aufschluss darüber geben sollen, wie das Ineinandergreifen von Bewegungsabläufen, Zeichenproduktionen und Wahrnehmungsvollzügen mit medialisierten Theatralitätsformen sowie theatralisierten Mediengeflechten in Zusammenhang steht. Ferner sollen die behandelten Schriften dazu beitragen, ein grundlegendes methodisches Instrumentarium zu entwickeln, das Wahrnehmungsformen des Theatralen sowie Theatralisierungen der medialen Sphäre benennbar und unterscheidbar macht. Wenn es sich bei theatral-medialen Mischszenarien idealiter um 'autopoietische Feedbackschleifen' handelt, wobei allein mittels dieses Vokabulars der mediale Charakter des Theatralen angeschrieben scheint, dann bliebe zu fragen: Was wird in solch angeblich selbsterzeugenden Rückkopplungszyklen iteriert, wenn es um die Wahrnehmung von Theatralität als Eigenschaft geht und wenn ferner auf die Produktion von Theatralität durch die Wahrnehmungsakte von Rezipientensubjekten abgestellt wird?

Im ersten Block des Seminars sollen diese Fragestellungen auf Ästhetiken der historischen Avantgarde sowie der Neo-Avantgarde bezogen werden. Der zweite Teil hingegen widmet sich apparativ-technischen Szenarien des Medialen von der Photographie, dem Telefon, dem Fernsehen bis hin zum Computerspiel. Dabei wird nicht nur der Weg von der partizipativen zur interaktiven Kunst skizziert, sondern auch der Wandel des passiven Rezipienten zum Nutzer in verhaltensökonomischer Hinsicht nachvollzogen.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Schauspielstil und Menschenbild – Exkursion zu den Wiener Festwochen 2010

Veranstaltungsdaten: 
Exkursion: 16. Mai 2010 (Anreise) bis 22. Mai 2010 (Rückreise), Termine für Vor- und Nachbesprechungen: 19. März 2010, 7. Mai 2010 und 28. Mai 2010, jeweils 16–18 Uhr, Hallerstrasse 5, SR 204. Die Teilnahme ist obligatorisch. 5/6 ECTS-Punkte (für Ba/Ma). Ort: ITW 204.
Beschreibung: 

An den Wiener Festwochen sind jährlich ca. vierzig Schauspielproduktionen sowie zahlreiche Produktionen weiterer Sparten aus unterschiedlichen Ländern zu sehen. Im Rahmen der Exkursion werden Inszenierungen der Wiener Festwochen und ggf. andere Aufführungen an Wiener Theatern besucht und diskutiert. Die Arbeitsgruppen bereiten die Theaterbesuche vor und führen danach eine detaillierte Analyse der Inszenierungen durch, die als Grundlage für die Diskussion über die jeweilige Ästhetik sowie die (politische) Stossrichtung und die gesellschaftliche Bedeutung der Produktionen dient. Die Aufführungen werden unter besonderer Berücksichtigung des Schauspielstils untersucht: Was kennzeichnet diesen? Wo positionieren sich die Inszenierungen im Theatersystem bzw. in der Gesellschaft? Welche Resonanz haben sie in der Presse? Welche Tendenzen des Gegenwartstheaters sind erkennbar? Insbesondere sollen in den Referaten und Diskussionen zum einen die konkreten Formen und Qualitäten ostentativen Körpergebrauchs beschrieben und analysiert werden. Zum anderen stehen daran anschliessend die Prozesse der Figuration und Subjektkonstitution im Zentrum des Interesses. Das Lehrveranstaltungsprogramm in Wien wird gemeinsam mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien durchgeführt. Besuche in aktuellen Ausstellungen und kulturellen Institutionen ergänzen das Programm.

Literatur: 
  • Barba, Eugenio: The Paper Canoe. A Guide to Theatre Anthropology. London 1995.
  • Fischer-Lichte, Erika u. a. (Hg.): Verkörperung. Tübingen 2001.
  • Fischer-Lichte, Erika (Hg.): Körper-Inszenierungen. Präsenz und kultureller Wandel. Tübingen 2000.
  • Kotte, Andreas: Schauspieltheorien und -stile. In: Ders.: Theaterwissenschaft. Eine Einführung. Köln u. a. 2005, S. 169–201.
  • Lehmann, Hans-Thies: Postdramatisches Theater. Frankfurt/Main 1999.
Hinweise: 

Teilnahmebedingungen
1. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Aus administrativen Gründen können nur Personen teilnehmen, welche bereit sind, im Kollektiv zu reisen und in der reservierten Unterkunft zu übernachten. Sollten mehr Anmeldungen vorliegen, haben Major/HF-Studierende und erstmalig an einer Exkursion des ITW Teilnehmende Vorrang. Darüber hinaus wird eine Warteliste geführt.
2. Die Kosten der Exkursion (Flug, öffentliche Verkehrsmittel, Hotelübernachtung im Mehrbettzimmer, Frühstück, Theaterkarten) betragen sFr. 750.–. Die Einzahlung muss bis zum 20. Februar 2010 erfolgen. Einzahlungsscheine für die Überweisung liegen dem Anmeldungsformular bei. Nach der Exkursion wird aus Staats- und Universitätsmitteln ein Teilbetrag von maximal 100.– rückvergütet. Mit der Anmeldung ist deshalb ein auf das eigene Konto lautender Einzahlungsschein einzureichen; ohne diesen ist die Anmeldung ungültig.
3. Nach der Teilnahmebestätigung durch das ITW ist Ihre Anmeldung verbindlich und kann nur bis zum 1. April 2010 storniert werden. Sollten Sie Ihre Anmeldung bis zum 1. April 2010 zurückziehen, wird Ihnen ein Unkostenbeitrag von 100.– in Rechnung gestellt. Bei einer späteren Abmeldung steigt der Unkostenbeitrag auf 350.–.
4. Anmeldung im ePUB/ePhi – erst nach erfolgter Teilnahmebestätigung – bis zum 15. März 2010.
5. Die Anreise bis Zürich Flughafen erfolgt individuell und auf eigene Kosten.
6. Der Besuch sämtlicher Theateraufführungen und die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen in Wien sowie den Vor- und Nachbereitungssitzungen in Bern sind obligatorisch.
7. Mündliche und schriftliche Leistungsnachweise sind in Arbeitsgruppen sowie in Einzelarbeiten zu erbringen. Abgabe der schriftlichen Hausarbeit bis zum 15. Juli 2010.

Termine
bis 15. Januar 2010: Anmeldung im Sekretariat (ausgefülltes Anmeldeformular und auf eigenes Konto lautender Einzahlungsschein)
bis 20. Januar 2010: Teilnahmebestätigung per Email durch ITW
bis 20. Februar 2010: Einzahlung von sFr. 750.- auf ITW-PC-Konto 30-27209-8
bis 15. März 2010: Anmeldung im ePUB und ePhi
19. März 2010, 16–18 Uhr: Vorbereitungssitzung ITW, SR 204
7. Mai 2010, 16–18 Uhr: Vorbereitungssitzung ITW, SR 204
16. bis 22. Mai 2010: Exkursion zu den Wiener Festwochen
28. Mai 2010, 16–18 Uhr: Nachbereitungssitzung ITW, SR 204
bis 15. Juli 2010: Abgabe der schriftlichen Hausarbeit

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