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Institut für Theaterwissenschaft

Theatergeschichtsschreibung

Zähmung der Masken, Wahrung der Gesichter – Cover

Zähmung der Masken, Wahrung der Gesichter

Theatrum Helveticum 7

Theater und Theatralität in Solothurn 1700–1798

Reformierte oder kulturkritische Ablehnung der Schauspiele prägt bis heute das Bild vom schweizerischen Theater des 18. Jahrhunderts, das nun durch eine Studie über das katholische Solothurn ergänzt und erschüttert wird. Die umfangreiche Materialedition zu Ritus, Fest, Zeremonie sowie zu Aufführungen von Wandertruppen, Jesuiten und Bürgern stellt Allgemeinwissen zum «Theater der Aufklärung» in Frage. Zu den Komödien gehören hier auch Gaukler, Taschenspieler, Seiltänzer, Marionetten, Prozessionen und selbstverständlich die Wanderärzte – ein zeitgenössischer Theaterbegriff wird reaktiviert und heutiger Forschung vorgeschlagen.

Simultaneität – ein Aspekt der Theatergeschichtsschreibung

Zur Wiedergeburt des Harlekin in Luzern 1755

Andreas Kotte, Thomas Bühler: Simultaneität – ein Aspekt der Theatergeschichtsschreibung: Zur Wiedergeburt des Harlekin in Luzern 1755. In: Stimmen, Klänge, Töne, hrsg. von Hans-Peter Bayerdörfer (Schriftenreihe Forum Modernes Theater, Bd. 30). Tübingen 2002, S. 519–542; gemeinsam mit Thomas Bühler.

Theaterhistoriographie als kulturelle Praxis

Theatergeschichtsschreibung ist keine zwingende Folge von Theaterpraxis, vielmehr ist sie als Literaturgattung zu verstehen, in welcher ein bestimmtes kulturpolitisches Engagement anhand ausgewählter Monumente der Kulturgeschichte innerhalb traditioneller rhetorischer Grundmuster bzw. Darstellungsformen der Wissenschaft artikuliert wird.

In diesem Sinn untersucht das Forschungsprojekt Theatergeschichtsschreibung als kulturelle Praxis und unternimmt damit den erstmaligen Versuch, die Geschichte der Theaterhistoriographie über die Grenzen ihrer universitären Institutionalisierung hinaus zu beschreiben, zu bewerten und hinsichtlich der Planung künftiger Forschung auszuwerten.

Die Topoi, Grundmuster und Wertungskriterien der Theatergeschichtsschreibung ent­wickelten sich vornehmlich während des 16. und 17. Jahrhunderts in drei Literaturformen. Erstens in Reiseberichten, zweitens im poetologischen Diskurs und drittens im Moraldiskurs. Parallel zur Herausbildung des bürgerlichen Theatermodells münden im 18. Jahrhundert diese drei Diskurse in explizite Theatergeschichtsschreibung und zwar nahezu gleichzeitig in ganz Europa.

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