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Institut für Theaterwissenschaft

Aufführungsanalyse

Methoden der Tanzanalyse

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 16-18 (Beginn: 28.09.2010, Ende: 21.12.2010) Vorstellungsbesuche im Rahmen von Tanz In. Bern vom 20.10.2010 bis 14.11.2010 Als Übung: 3 ECTS, als Ba-Seminar: 5 ECTS
Beschreibung: 

Die tänzerische Bewegung stellt für die wissenschaftliche Analyse eine besondere Herausforderung dar. Sie entzieht sich der Fixierung und dadurch einer Schematisierung durch festgeschriebene Untersuchungsmethoden. Trotzdem entwickelt die Tanzwissenschaft Analyseverfahren, die den Spezifika von Tanz begegnen sollen. Wie kann der tanzende Körper im Rahmen der Aufführungsanalyse verortet und untersucht werden? Wie ist seine choreographische Inszenierung zu analysieren und wie bewegt er sich überhaupt? In der Übung untersuchen wir verschiedene Modelle zur Systematisierung von tänzerischer Bewegung, angefangen bei Susan L. Fosters «Reading Dancing» aus dem Jahr 1986. Ziel ist es, ein grundlegendes Instrumentarium zur Tanzanalyse zu erarbeiten. Deren Unzulänglichkeit soll dabei stets mitgedacht werden und nach Möglichkeit zur Diskussion von neuen Lösungsansätzen führen. Nebst einem Blick auf die historische Entwicklung werden wir die Verfahren kritisch diskutieren und in der praktischen Anwendung überprüfen. Vorgesehen sind hierzu Vorstellungsbesuche von Maguy Marin, Anna Huber, Thomas Hauert und Alain Platel, die im Rahmen des Festivals Tanz In. Bern in der Dampfzentrale gastieren.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Semesterbeginn bereitstehen.

Die Schaubühne am Halleschen Ufer 1970-1979

Veranstaltungsdaten: 
Blockkurs, obligatorische Einführungsveranstaltung: Fr, 01.10.2010, 10-14, 1. Block: Do, 07.10.2010 12-18, Fr, 08.10.2010 10-16, 2. Block: Do, 25.11.2010 12-18, Fr, 26.11.2010 10-16, 5 ECTS
Beschreibung: 

In der Zeit ihrer Neuformierung von 1970 am Halleschen Ufer bis in die 1980er Jahre am Lehniner Platz war die Berliner Schaubühne das bedeutendste Theater der europäischen Welt. Hervorgegangen aus den Turbulenzen der 1968er Bewegung, zogen die Produktionen und die theoretischen Äußerungen ihrer prägenden Regisseure (Peter Stein, Klaus Michael Grüber) und Dramaturgen (Dieter Sturm, Botho Strauß) eine theaterhistorisch exemplarische Spur weltanschaulicher und ästhetischer Positionen. Die Produktionen zeugten von der widersprüchlichen, vieldimensionalen Komplexität geschichtlicher Prozesse und gegenwärtiger Wirklichkeiten. Das Seminar widmet sich der kulturhistorischen Erforschung der theatralen Formen, weltanschaulich-ästhetischen Haltungen und philosophischen Bezugsrahmen der äußerst gegensätzlichen Schaubühnenproduktionen der frühen Siebziger des vergangenen Jahrhunderts. Anhand exemplarischer Inszenierungsanalysen sollen die für diese Inszenierungen konstitutiven epistemologischen, kunst-, körper-, mentalitäts- und alltagsgeschichtlichen Perspektiven herausgearbeitet und auf diese Weise ihr kulturhistorischer Ort bestimmt werden.

Literatur: 

Fiebach, Joachim: “Das entscheidende für uns [...] ist das Theater in Paradoxis“ – Zur Schaubühne am Halleschen Ufer von 1970 bis 1980. In: Fischer-Lichte, Erika et al. (Hg.): Theater seit den 60er Jahren. Grenzgänge der Neo-Avantgarde. Tübingen u. Basel 1998, S. 235- 315.

Iden, Peter: Die Schaubühne am Halleschen Ufer 1970-1979 Frankfurt/M. 1982.

Kreuder, Friedemann; Bachmann, Michael: Politik mit dem Körper. Performative Praktiken in Theater, Medien und Alltagskultur seit 1968. Bielefeld 2009.

Gibt es ‚weibliche Regie’?

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 14-16 (Beginn: 28.09.2010, Ende: 21.12.2010), 2 SWS, 5 ECTS
Beschreibung: 

Es steht völlig außer Frage, dass es national wie international eine immer größere Gruppe von wichtigen Regisseurinnen gibt, die unser Verständnis von Theater nachdrücklich prägen. Aber gibt es auch eine Form ‚weiblicher Regie’?

Jenseits naiver, essentialistischer Stereotype versucht das Seminar in Auseinandersetzung mit künstlerischen und programmatischen Werken dieser Frage nachzugehen. Ausgangspunkt ist dabei die Einsicht, dass sich der Beschreibung von Regie (und damit der Theaterarbeit seit dem späten 19. Jh.) eine patriarchale Logik eingeschrieben hat, die hier kritisch diskutiert und einer Revision unterzogen werden soll.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Hinweise: 

Achtung Terminverschiebung: Neu von 14:00 - 16:00 statt 10:00 bis 12:00

Städte im Vergleich ihrer Theaterformen – Was läuft in Bern wirklich?

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 10-12 (Beginn: 23.09.2010, Ende: 23.12.2010), 2 SWS, 5 ECTS
Beschreibung: 

Angewandte Theaterwissenschaft fragt: Wie viel Theater gibt es in Bern? Mehr oder weniger als in anderen europäischen Städten vergleichbarer Grösse? Die politische Hauptstadt ist nicht die Theaterhauptstadt der Schweiz. Trotzdem verfügt die Agglomeration Bern über ca. 200 Spielstätten. Vom Stadttheater über die alternative Kellerbühne bis zum Saal im „Bären“ oder „Hirschen“. Was wird alles gespielt? Wer finanziert, wer produziert und wer besucht diese Vorstellungen? Eine Bestandesaufnahme soll erstellt werden, quantitativ und qualitativ. Wir wollen – zum ersten Mal – belegen, wie gross das Angebot und die Nachfrage tatsächlich sind: Wie viele Vorstellungen von wie vielen Produktionen für wie viele Zuschauer? Und wir wollen mittels Befragungen herausfinden, warum das Publikum kommt und wie zufrieden es wieder geht.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars erarbeiten gemeinsam einen Beitrag, der in die europäische Forschung einfliesst. Der Städtevergleich ist ein Projekt (City Project) von STEP, einer Forschergruppe, welche die Theatersysteme kleinerer Länder Europas untersucht. STEP-Nationen sind Irland, die Niederlande, Dänemark, Estland, Ungarn, Slowenien und die Schweiz. Die Fragen, die wir an die Berner Theater stellen, nehmen einerseits Rücksicht auf die landesspezifischen Eigenheiten, andererseits sind sie kompatibel mit dem Fragenkatalog der anderen beteiligten Städte, damit die Vergleichbarkeit gewährleistet ist.

Dieses Seminar verlässt den Hörsaal. Es forscht vor Ort, im Speziellen da, wo Theater passiert. Abendeinsätze sind vorgesehen. Das Seminar will studentische Forschung in der Praxis ermöglichen. Das ganze Inventar wird einen Zeitraum von zwölf Monaten abdecken, weiterführende Arbeiten von Studierenden sind deshalb erwünscht.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Literatur: 

Hans van Maanen, Andreas Kotte, Anneli Saro (Hg.): Global Changes – Local Stages. Amsterdam 2009. Andreas Kotte (Hg.): Theater der Nähe. Zürich 2002. Stefan Koslowski (Hg.): Berner Almanach Theater. Bern 2000.

Simone Gojan: Spielstätten der Schweiz. Zürich 1998.

Roland Maurer: Die Schweizer Theaterszene. Edition Pro Helvetia, Zürich 1983.

Beat Schläpfer: Sprechtheater in der Schweiz. Edition Pro Helvetia, Zürich 1992.

Ulrike Landfester (Hg.): Theatermedien. Theater als Medium - Medien des Theaters. Wien 2010.

Postdramatische Flamen

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 12-14 (Beginn: 28.09.2010, Ende: 21.12.2010), 2 SWS, 5 ECTS
Beschreibung: 

Die Belgier kamen, erregten Aufsehen und siegten. Flämische Produktionen v. a. aus Brüssel eroberten internationale Theater- ebenso wie Tanzbühnen und Festivals (post-)dramatisch im Sturm und sind von dort seit den 1980er Jahren nicht mehr wegzudenken. Im Bereich des zeitgenössischen Tanzes und Theaters hat der geographisch kleine Raum Flandern somit unverhältnismässig viele international berühmt gewordene ‚grosse’ Theater- und Tanzkünstler-innen und -künstler hervorgebracht. Jan Fabre, Anne Teresa de Keersmaeker, Wim Vandekeybus, Meg Stuart, Alain Platel, Jan Lauwers, Sidi Larbi Cherkaoui oder Thomas Hauert sind nur einige Namen, die international für die stilbildenden bis avantgardistischen Bühnenkünste aus Belgien stehen.

In diesem Seminar geht es darum, die belgische Theater- und Tanzszene exemplarisch kennenzulernen, ihre Ästhetiken zu analysieren, zu vergleichen und ihre Bedeutung auch theoretisch im weiteren Kontext des zeitgenössischen/postdramatischen Tanz- und Theater-schaffens zu diskutieren. Dies soll anhand von ausgewählten Beispielen – aktuellen Aufführungen (am Festival ‚Tanz in Bern’) und DVD-Visionierungen – sowie über theoretische Texte zum Thema geschehen. Dabei ist ausserdem zu fragen, weshalb dieser ‚Boom’ überhaupt entstanden ist, wie/ob er sich über die Werke oder auch über bestimmte förderpolitische Strukturen, über Kreationsbedingungen und Distributionsverfahren, über ‚Schulen’ oder über andere künstlerisch-biographische Traditionslinien erklären lässt.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Literatur: 

Gypens, Guy u.a. (Hg.): Rosas/Anne Teresa De Keersmaeker. If and only if wonder. Tournai, Brüssel 2002.

Jan, Erwin; Opsomer, Geert (Hg.): Entgrenzungen. Theater in Flandern und in den Niederlanden. o.O. 1993.

Kästner, Irmela; Ruisinger, Tina: Meg Stuart / Anne Teresa de Keersmaeker. München 2007. Koch, Alexandra; Vorhaben, Jörg (Hg.): Go West. Theater in Flandern und den Niederlanden. Berlin 2009.

Lanz, Isabelle: La danse aux Pays-Bas et en Flandre aujourd’hui. Rekkem 2004.

Vlaams Theater Instituut (Hg.): Canaries in the coal mine. Master Plan for Dance in Flanders and Brussels. http://en.vti.be, 6.5.2010.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 19.September 2010!

Grundbegriffe Dramenanalyse und Produktionsdramaturgie

Veranstaltungsdaten: 
Mittwoch 14-16 (Beginn: 24.02.2010, Ende: 02.06.2010), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude, SR 114.
Beschreibung: 

"Ein Schönes ist, was Anfang, Mitte und Ende hat“ stellt Aristoteles in seiner Poetik fest und gibt damit eine entscheidende Direktive für jede Art von dramatischem Text. Gilt dieses Diktum immer noch? Was macht Gustav Freytag daraus? Wie wehrt sich Brecht dagegen? Was halten René Pollesch und andere zeitgenössische Theatermacher davon? Ausgehend von Aristoteles' Poetik widmet sich die Veranstaltung der Erarbeitung dramaturgischer Grundbegriffe. Anhand ausgewählter Dramen und Aufführungen werden narrative Strukturen und Funktionen hinterfragt und die praktische Umsetzung bzw. die bühnentechnischen Implikationen dieser Texte untersucht. Als Vorbereitung auf den Kurs wird die Lektüre von Aristoteles' Poetik sowie Sophokles' Oedipus rex erwartet. Eine detaillierte Liste der zu diskutierenden Theatertexte und Aufführungen folgt in der ersten Sitzung. Folgende Ausgaben dienen als Grundlage:
* ARISTOTELES: Poetik. Griechisch/Deutsch, hg. und übersetzt von Manfred Fuhrmann. Stuttgart 1982.
* Dramaturgie-Kapitel in: Kotte, Andreas: Theaterwissenschaft. Eine Einführung. Köln 2005. S. 202-222.
* SOPHOKLES: König Ödipus. Tragödie. Übersetzt von Kurt Steinmann. Stuttgart 1986.

Hinweise: 

Der Grundkurs kann nur zusammen mit der Übung „Szenische Vorgänge beschreiben und strukturieren“ (S6143) besucht werden.
Anmeldung für Grundkurs und Übung im ePUB/ePhi bis am 22. Februar 2010!

Der Pakt – 7 Faust-Variationen

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 10-12 (Beginn: 25.02.2010, Ende: 03.06.2010), 2 SWS, 6 ECTS-Punkte. Ort: ITW, Hallerstr.5, Nr. 204.
Beschreibung: 

Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung mit einem der meist bearbeiteten Stoffe der Weltliteratur. Durch eine Beschränkung auf die jeweiligen Pakt-Szenen wird Vergleichbarkeit angestrebt. Die praktische Anwendung des begrifflichen Grundinventars für die dramaturgische Textanalyse und die Produktionsdramaturgie wird die Konsequenzen aufzeigen, die aus der Variation der Paktsituation für die einzelnen Werke, Inszenierungen und deren Wirkung resultieren. Wie können ein Motiv und ein Stoff verändert werden, damit sie eine spezifisch zeitgenössische Wirkung entfalten? In sieben Werken der Faustliteratur wird jeweils das Verhältnis zwischen Faust und Teufel/Mephisto dramaturgisch analysiert. Die Kenntnis von Faust-Verfilmungen und Inszenierungen wie jener von Peter Stein ist als Diskussionshintergrund von Vorteil. Visionierungen gehören als Bestandteil zum Seminar.

Literatur: 
  • Historia von D. Johann Fausten. Text des Druckes von 1587, hrsg. v. Stephan Füssel und Hans Joachim Kreutzer. Stuttgart 1988 (RUB 1516).
  • Christopher Marlowe: Die tragische Historie vom Doktor Faustus. Stuttgart 1980 (RUB 1128).
  • Der weltberühmte Doktor Faust. Schauspiel in 5 Aufzügen vom Strassburger Puppentheater. Strassburg 1942.
  • Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil/zweiter Teil. Stuttgart (RUB 1/2).
  • Imre Madàch: Die Tragödie des Menschen. Budapest 1957.
  • Thomas Mann: Doktor Faustus. Berlin 1975.
  • Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita. Berlin 1975.
Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Experten des Alltags: Das Amateurtheater in der Schweiz. Was macht nichtprofessionelles Theaterspiel aus?

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 15-18 (Beginn: 25.02.2010, Ende: 27.05.2010), 2 SWS, 5/6 ECTS-Punkte (für BA/MA), Termine: 25.02. BE, 11.3. ZH, 25.03. BE, 15.04. ZH, 22.04. BE, 29.04. ZH, 06.05. BE, 27.05. ZH + 2 Theaterbesuche (je einmal in Zürich und in Bern, Termine werden noch bekannt gegeben). Ort: Hauptgebäude 214.
Beschreibung: 

Es gibt eine Form kultureller Praxis, die nur ausnahmsweise in die Feuilletons der Zeitungen Eingang findet: die Laienbühne, das Liebhabertheater, der dörfliche Theaterverein oder die lokale Theatergesellschaft. Das Seminar setzt sich zum Ziel, dieses Phänomen in seiner geschichtlichen Entwicklung, vor allem aber in seinen heutigen Formen und Ausgestaltungen zu untersuchen. Die Studierenden werden sich eingehend mit jeweils einer der zahlreichen schweizerischen Laienbühnen (Liste der schweizerischen Laienbühnen: http://www.volkstheater.ch/vereine.asp) in Kontakt setzen und aufgrund eines im Seminar erarbeiteten Fragebogens Interviews mit Darstellern und Darstellerinnen, mit Regisseuren und weiteren Personen führen. Diese Feldforschung soll durch andere Dokumentationsformen (Plakate, Texthefte, Theaterstücke, Notizen, Fotografien, Zeitungsausschnitte, Fotografien, Tonband-/oder Videoaufzeichnungen) ergänzt werden. Das Theaterspiel der Laien soll dabei in seinem sozialen Kontext, in seinem Stil und seiner Totalität wahrgenommen werden, als Freizeitbeschäftigung und als Form des sozialen Umgangs mit anderen. Der Ausdruck „Experten des Alltags“, eigentlich geprägt für die Teilnahme von Laien an Produktionen der professionellen Freien Szene und an Stadttheateraufführungen, umschreibt recht genau ein wesentliches Ziel des Seminars, nämlich die Besonderheiten nichtprofessionellen Theaterspiels herauszufinden. Die Methoden Teilnehmende Beobachtung und Aufführungsanalyse sollen einander ergänzen. Deshalb die Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Populäre Kulturen der Universität Zürich und dem ITW Bern. Für dieses gehört das Seminar zum aktuellen Forschungsprojekt STEP (Teilprojekt „Das Theater der Schweiz“; http://www.theaterwissenschaft.ch/).

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Teilnahmebedingungen:
Je 15 Studierende beider Institute. Im ITW nach Liste ePhi, eine Warteliste wird geführt. Die Studierenden besuchen 8 Sitzungen und 2 Theatervorstellungen an Abenden der Sitzungstage (je eine im Raum Bern bzw. Zürich). Leistungsnachweis s.o., mündliches Referat, verschriftlicht 20'000 Zeichen. Räume und Literatur werden noch bekannt gegeben.

Schauspielstil und Menschenbild – Exkursion zu den Wiener Festwochen 2010

Veranstaltungsdaten: 
Exkursion: 16. Mai 2010 (Anreise) bis 22. Mai 2010 (Rückreise), Termine für Vor- und Nachbesprechungen: 19. März 2010, 7. Mai 2010 und 28. Mai 2010, jeweils 16–18 Uhr, Hallerstrasse 5, SR 204. Die Teilnahme ist obligatorisch. 5/6 ECTS-Punkte (für Ba/Ma). Ort: ITW 204.
Beschreibung: 

An den Wiener Festwochen sind jährlich ca. vierzig Schauspielproduktionen sowie zahlreiche Produktionen weiterer Sparten aus unterschiedlichen Ländern zu sehen. Im Rahmen der Exkursion werden Inszenierungen der Wiener Festwochen und ggf. andere Aufführungen an Wiener Theatern besucht und diskutiert. Die Arbeitsgruppen bereiten die Theaterbesuche vor und führen danach eine detaillierte Analyse der Inszenierungen durch, die als Grundlage für die Diskussion über die jeweilige Ästhetik sowie die (politische) Stossrichtung und die gesellschaftliche Bedeutung der Produktionen dient. Die Aufführungen werden unter besonderer Berücksichtigung des Schauspielstils untersucht: Was kennzeichnet diesen? Wo positionieren sich die Inszenierungen im Theatersystem bzw. in der Gesellschaft? Welche Resonanz haben sie in der Presse? Welche Tendenzen des Gegenwartstheaters sind erkennbar? Insbesondere sollen in den Referaten und Diskussionen zum einen die konkreten Formen und Qualitäten ostentativen Körpergebrauchs beschrieben und analysiert werden. Zum anderen stehen daran anschliessend die Prozesse der Figuration und Subjektkonstitution im Zentrum des Interesses. Das Lehrveranstaltungsprogramm in Wien wird gemeinsam mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien durchgeführt. Besuche in aktuellen Ausstellungen und kulturellen Institutionen ergänzen das Programm.

Literatur: 
  • Barba, Eugenio: The Paper Canoe. A Guide to Theatre Anthropology. London 1995.
  • Fischer-Lichte, Erika u. a. (Hg.): Verkörperung. Tübingen 2001.
  • Fischer-Lichte, Erika (Hg.): Körper-Inszenierungen. Präsenz und kultureller Wandel. Tübingen 2000.
  • Kotte, Andreas: Schauspieltheorien und -stile. In: Ders.: Theaterwissenschaft. Eine Einführung. Köln u. a. 2005, S. 169–201.
  • Lehmann, Hans-Thies: Postdramatisches Theater. Frankfurt/Main 1999.
Hinweise: 

Teilnahmebedingungen
1. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Aus administrativen Gründen können nur Personen teilnehmen, welche bereit sind, im Kollektiv zu reisen und in der reservierten Unterkunft zu übernachten. Sollten mehr Anmeldungen vorliegen, haben Major/HF-Studierende und erstmalig an einer Exkursion des ITW Teilnehmende Vorrang. Darüber hinaus wird eine Warteliste geführt.
2. Die Kosten der Exkursion (Flug, öffentliche Verkehrsmittel, Hotelübernachtung im Mehrbettzimmer, Frühstück, Theaterkarten) betragen sFr. 750.–. Die Einzahlung muss bis zum 20. Februar 2010 erfolgen. Einzahlungsscheine für die Überweisung liegen dem Anmeldungsformular bei. Nach der Exkursion wird aus Staats- und Universitätsmitteln ein Teilbetrag von maximal 100.– rückvergütet. Mit der Anmeldung ist deshalb ein auf das eigene Konto lautender Einzahlungsschein einzureichen; ohne diesen ist die Anmeldung ungültig.
3. Nach der Teilnahmebestätigung durch das ITW ist Ihre Anmeldung verbindlich und kann nur bis zum 1. April 2010 storniert werden. Sollten Sie Ihre Anmeldung bis zum 1. April 2010 zurückziehen, wird Ihnen ein Unkostenbeitrag von 100.– in Rechnung gestellt. Bei einer späteren Abmeldung steigt der Unkostenbeitrag auf 350.–.
4. Anmeldung im ePUB/ePhi – erst nach erfolgter Teilnahmebestätigung – bis zum 15. März 2010.
5. Die Anreise bis Zürich Flughafen erfolgt individuell und auf eigene Kosten.
6. Der Besuch sämtlicher Theateraufführungen und die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen in Wien sowie den Vor- und Nachbereitungssitzungen in Bern sind obligatorisch.
7. Mündliche und schriftliche Leistungsnachweise sind in Arbeitsgruppen sowie in Einzelarbeiten zu erbringen. Abgabe der schriftlichen Hausarbeit bis zum 15. Juli 2010.

Termine
bis 15. Januar 2010: Anmeldung im Sekretariat (ausgefülltes Anmeldeformular und auf eigenes Konto lautender Einzahlungsschein)
bis 20. Januar 2010: Teilnahmebestätigung per Email durch ITW
bis 20. Februar 2010: Einzahlung von sFr. 750.- auf ITW-PC-Konto 30-27209-8
bis 15. März 2010: Anmeldung im ePUB und ePhi
19. März 2010, 16–18 Uhr: Vorbereitungssitzung ITW, SR 204
7. Mai 2010, 16–18 Uhr: Vorbereitungssitzung ITW, SR 204
16. bis 22. Mai 2010: Exkursion zu den Wiener Festwochen
28. Mai 2010, 16–18 Uhr: Nachbereitungssitzung ITW, SR 204
bis 15. Juli 2010: Abgabe der schriftlichen Hausarbeit

Konzepttanz / Non Dance

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 10-12 (Beginn: 25.02.2010, Ende: 03.06.2010), 2 SWS, 5 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude 214.
Beschreibung: 

Choreographische Kreationen, in denen das künstlerische Konzept im Vordergrund steht, ohne dass auf der Bühne im herkömmlichen Sinn getanzt wird, bezeichnet man seit einigen Jahren u. a. als ‚Konzepttanz’ oder ‚Non Dance’. Dieses junge Genre erscheint denn auch den einen als „das Ende von Tanzkunst“ (Schmidt 428) schlechthin, den anderen als Inbegriff des Zeitgenössischen. Dabei sind auch die Begriffe ‚Konzepttanz’ oder ‚Non Dance’ höchst umstritten. Was ist mit dem jeweiligen Begriff und dem, was er bezeichnet, gemeint? Wer verwendet ihn wie und in welchem ästhetischen bzw. theoretischen Sinne? Anhand von theoretischen Texten zum Thema sowie an ausgewählten Beispielen (etwa Kreationen von Jérôme Bel, Xavier Le Roy, Meg Stuart, Simone Aughterlony usw.) sowie – je nach Angebot – aktuellen Aufführungen sollen Konzepte des Konzepttanzes erfasst, überprüft, diskutiert und hinterfragt werden.

Literatur: 

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Lektürevorschläge zur Vorbereitung:

  • Eiermann, André: Postspektakuläres Theater. Die Alterität der Aufführung und die Entgrenzung der Künste. Bielefeld 2009.
  • Foellmer, Susanne: Am Rand der Körper. Inventuren des Unabgeschlossenen im zeitgenössischen Tanz. Bielefeld 2009.
  • Husemann, Pirkko: Choreographie als kritische Praxis. Arbeitsweisen bei Xavier Le Roy und Thomas Lehmen. Bielefeld 2009.
  • Ploebst, Helmut: no wind no word. Neue Choreographie in der Gesellschaft des Spektakels. New choreography in the society of the spectacle. 9 Portraits: Meg Stuart, Vera Mantero, Xavier Le * Roy, Benoît Lachambre, Raimund Hoghe, Emio Greco/PC, João Fiadeiro, Boris Charmatz, Jérôme Bel. München 2001.
  • Schmidt, Jochen: Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts in einem Band. Mit 101 Choreographenporträts. Berlin 2002.
  • Schneider, Katja: Vom Verschwinden der Tanzkunst aus der Choreographie?. In: Reininghaus, Frieder; Schneider, Katja (Hg.): Experimentelles Musik- und Tanztheater. Handbuch der Musik im 20. Jahrhundert. Bd. 7. Laaber 2004. S. 363-366.
  • Siegmund, Gerald: Abwesenheit. Eine performative Ästhetik des Tanzes. William Forsythe, Jérôme Bel, Xavier Le Roy, Meg Stuart. Bielefeld 2006.
  • Siegmund, Gerald: Konzept ohne Tanz? Nachdenken über Choreographie und Körper. In: Clavadetscher, Reto; Rosiny, Claudia (Hgg.): Zeitgenössischer Tanz. Körper – Konzepte – Kulturen. Eine Bestandsaufnahme. Bielefeld 2007. S. 44-59.
  • tanzjournal 2/2004 (Schwerpunkt zum Konzepttanz).
Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

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