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Institut für Theaterwissenschaft

Der offene Mund

Der offene Mund ist zentraler Bestandteil der darstellenden Kunst: Er durchzieht die europäische Theatergeschichte von den antiken Masken bis hin zur zeitgenössischen Performance. Aus diesem Grund bietet sich der offene Mund als zentrales Signet einer Arbeit an, die all jenen »Akuomenen« nachspürt, welche dieser markanten ,Leerstelle‘ des menschlichen Subjekts entspringen, sich einer sprachlichen Logik allerdings widersetzen: Schreie, Heulen, Jammern und andere, gutturale Laute; Lachen, Singen.

Der Frage, welche Strategien von Stimulierung bis zu Zivilisierung dieser ,Unruheherde’ die performative Kunst bietet und welcher Umgang mit dem realen Ursprung jeglicher Erfahrung dadurch ersichtlich wird, schließt die Suche nach zeitgenössischen Modellen von Affektion und Emotionalisierung, die mit der Weitung des Mundes einhergehen, an. Denn nicht zuletzt wird im offenen Mund die Rezeptionshaltung des Publikums deutlich: im Positiven als Staunen, im Negativen als Zeichen gnadenloser Langeweile.

Ein Dissertationsprojekt von mag. phil. Lorenz Aggermann

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