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Institut für Theaterwissenschaft

Vorlesung

Einführung in die Theaterwissenschaft

Veranstaltungsdaten: 
Montag 14-16 (Beginn: 27.09.2010, Ende: 20.12.2010), 2 SWS, 3 ECTS
Beschreibung: 

Diese Vorlesung zu Grundfragen der Theaterwissenschaft ergänzt den Grundkurs „Theater zwischen Prozess und Werk“. Sie wendet sich an die Studierenden des ersten Semesters der Bachelor-Stufe. Der einführende Charakter wird dadurch betont, dass sich die verschiedenen Veranstaltungen – die Lektüre unterstützend – den Kapiteln des Buches „Theaterwissenschaft. Eine Einführung“ widmen. Behandelt werden die Entstehung szenischer Vorgänge, Theaterbegriffe, deren Grenzen, Schauspieltheorien, Dramaturgiekonzepte, Fragen nach den Ursprüngen von Theater, Unterschiede zwischen Theater und audiovisuellen Medien sowie Theatralitätskonzepte. Die Veranstaltungen gehen jedoch deutlich über den Buchtext hinaus, indem jeweils divergierende Auffassungen anderer Autorinnen und Autoren erörtert werden. Ausserdem werden die Studierenden in die Gestaltung des Kurses einbezogen, indem sie jeweils eine Woche im voraus Fragen einreichen können, die in den Vorlesungstext oder ins Gespräch einfliessen. Die Vorlesung enthält dialogisch-seminaristische Abschnitte. Weiterführende Literatur ist in jedem Kapitel in den Fussnoten sowie am Ende des Buches angegeben und findet sich zudem in der Übersicht „empfohlene Literatur“ des ITW.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Semesterbeginn bereitstehen.

Literatur: 

Kotte, Andreas: Theaterwissenschaft. Eine Einführung (UTB). Köln 2005. Lazarowicz, Klaus; Balme, Christopher (Hg.): Texte zur Theorie des Theaters. Stuttgart 1991.

Klier, Helmar (Hg.): Theaterwissenschaft im deutschsprachigen Raum. Texte zum Selbstverständnis. Darmstadt 1981.

Generation Hamlet? Hamlet-Inszenierungen seit 1945.

Veranstaltungsdaten: 
Mittwoch 10-12 (Beginn: 29.09.2010, Ende: 22.12.2010), 2 SWS, 3 ECTS
Beschreibung: 

Die historische Erfahrung des 20. Jahrhunderts, bes. nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, hat das Interesse an Hamlet als Figur – mitunter auf Kosten seines gleichnamigen Dramas – auf besondere Weise stimuliert: Die Figur eines jungen Intellektuellen, der sich, angesichts der Unübersichtlichkeit und Unordnung des historischen Augenblicks, nahezu gelähmt findet, bot und bietet zahlreiche und vielfältige Möglichkeiten der Identifizierung und Auseinandersetzung für Schauspieler, Regisseure, Autoren und ihr Publikum. Die Vorlesung versucht anhand ausgewählter Beispiele die Spuren dieser Faszination bis in die jüngste Gegenwart zu verfolgen. Dabei werden Inszenierungen ebenso in Betracht gezogen wie literarische und filmische Adaptionen. Durch einen komparatistischen Blick, der nicht allein deutschsprachige Bearbeitungen berücksichtigt, wird sich ein vielschichtiges Bild einer sich zunehmend internationalisierenden Kunst-Szene ergeben.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 19. September 2010!

Fragmente einer Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts – Europäische Theatergeschichte 8

Veranstaltungsdaten: 
Montag 10-12 (Beginn: 27.09.2010, Ende: 20.12.2010), 2 SWS, 3 ECTS
Beschreibung: 

Zentriert, aber nicht beschränkt auf den deutschsprachigen Raum werden in chronologischer Folge einzelne wesentliche Erscheinungen der Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts vorgestellt und kritisch kontextualisiert. Statt der Vollständigkeit eines Überblicks, in der die Besonderheiten und Konturen der Phänomene verschwinden, wird Heterogenität angestrebt. Die Verschiedenartigkeit der Schlaglichter ist Programm und soll am unterschiedlich Besonderen das Allgemeine durchschaubar machen. Exemplarisch werden etwa die „Ismen“ der Jahrhundertwende wie Naturalismus, Symbolismus, Futurismus, Expressionismus einbezogen, konfrontiert mit der russischen Theateravantgarde der 1920er Jahre. Oder das kommerzielle Theater eines Max Reinhardt steht neben dem politischen eines Erwin Piscator. Mit den Organisationsprinzipien der deutschen Reichstheaterkammer und dem Theater der Emigranten in der Schweiz werden auch ganz unterschiedliche Ebenen des Theaterwesens erörtert. Praxis und Diskurs treffen sich im Berliner Experiment Brechts. Theatererneuerer wie Jerzy Grotowski, Peter Brook und Eugenio Barba wirken bereits in einem medial geprägten Umfeld. Und in einzelnen Bereichen des Regietheaters der 1980er und 1990er Jahre prägt die Postmoderne Eigenheiten aus, die sie postdramatisch nennt.

Die Literatur zur Vorlesung findet sich in der „empfohlenen Literatur“ des ITW, wird aber auch ganz spezifisch in den einzelnen Veranstaltungen angegeben.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Literatur: 

Balme, Christopher (Hg.): Das Theater von Morgen. Texte zur deutschen Theaterreform (1870-1920). Würzburg 1988.

Brauneck, Manfred: Klassiker der Schauspiel-Regie. Reinbek 1988.

Brauneck, Manfred: Theater im 20. Jahrhundert. Programmschriften, Stilperioden, Reformmodelle. Aktualisierte Neuausgabe, Reinbek 1995.

Eicher, Thomas; Panse, Barbara; Rischbieter, Henning (Hg.): Theater im „Dritten Reich“. Theaterpolitik, Spielplanstruktur, NS-Dramatik. Seelze 2000.

Fiebach, Joachim: Von Craig bis Brecht. Studien zu Künstlertheorien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 3. erw. u. überarb. Auflage, Berlin 1991.

Fischer-Lichte, Erika et al. (Hg.): Theater seit den 60er Jahren. Grenzgänge der Neo-Avantgarde. Tübingen, Basel 1998.

Hofmann, Jürgen: Kritisches Handbuch des Westdeutschen Theaters. Berlin 1981. Kotte, Andreas (Hg.): Theater im Kasten: Rimini Protokoll • Castorfs Video • Beuys & Schlingensief • Lars von Trier. Materialien des ITW Bern 9. Zürich 2007.

Rühle, Günther: Was soll das Theater? Theater in unserer Zeit III. Frankfurt am Main 1992.

Van Maanen, Hans; Wilmer, Steve (Hg.): Theatre Worlds in Motion. Structures, Politics, and Developments in the Countries of Western Europe. Amsterdam 1998.

Schläpfer, Beat: Sprechtheater in der Schweiz. Zürich 1999.

Wüthrich, Werner: Bertolt Brecht und die Schweiz. Zürich 2003.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 19.September 2010!

Einführung in Dramaturgie und Aufführungsanalyse

Veranstaltungsdaten: 
Mittwoch 10-12 (Beginn: 24.02.2010, Ende: 02.06.2010), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude 106.
Beschreibung: 

Die Vorlesung zu Grundfragen der Dramaturgie und der Aufführungsanalyse ergänzt den Grundkurs „Grundbegriffe Dramenanalyse und Produktionsdramaturgie“. Sie wendet sich an die Studierenden der ersten Semester der Bachelor-Stufe. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die wichtigsten Ansätze zur Aufführungsanalyse und führt in die Grundbegriffe der Dramaturgie ein. Aufführungsanalyse gilt seit Max Herrmann als Herzstück der Theaterwissenschaft, deren Gegenstand nicht in erster Linie der dramatische Text, sondern die lebendige Aufführung ist. Aufführungsanalyse stellt Begriffe zur Analyse und Beschreibung von Theaterereignissen bereit. Ihren Gegenstand betrachtet sie dabei als strukturierten Zeichenzusammenhang, mithin als Text. Im Gegensatz dazu geht es der Dramaturgie um die Entwicklung zukünftiger Theaterereignisse. Sie kann sich sowohl auf den dramatischen Text als auch auf den Aufführungstext und dessen Produktion beziehen. Die Leistungen, die im Zusammenhang mit der Vorlesung erbracht werden, werden innerhalb der Grundkursklausur bewertet.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Tanzgeschichte 3: Technik, Ausdruck, Rezeption

Veranstaltungsdaten: 
Montag 14-16 (Beginn: 22.02.2010, Ende: 31.05.2010), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude 114.
Beschreibung: 

Ausgehend von drei zentralen Begriffen – Technik, Ausdruck, Rezeption – sollen in der Vorlesung grundlegende Fragen zur Tanzkunst und -wissenschaft behandelt werden wie: Was ist überhaupt Technik im Tanz? Welche Rolle spielt die Technik bzw. spielen Techniken in der Definition, im Ausdruck, in der Wahrnehmung / Rezeption von Tanz? Wie verhält sich die jeweilige Technik zur Ästhetik der Tanzkunst und zu Bewegungs- bzw. Körpervorstellungen – historisch, kulturell, stilistisch? Wie wird Tanztechnik vermittelt, erlernt, ausgedrückt, auf die Bühne gebracht oder auch verweigert? Was versteht man (jeweils) unter ‚Ausdruck’ im Tanz? Wie wird er wahrgenommen? Und schliesslich: Inwiefern sind tänzerischer Ausdruck und Tanzrezeption vermittel- und theoretisierbar? Diese und weitere Fragen gilt es zu erörtern, anhand von Beispielen zu veranschaulichen und gegebenenfalls weiter zu hinterfragen. Dabei soll auch ein Einblick in wichtige Strömungen / Ereignisse der Tanzgeschichte vermittelt werden. Die Vorlesung geht nicht chronologisch vor, vielmehr springt sie je nach Fokus weiter in die Vergangenheit zurück, oder blickt auf unsere Jetztzeit. ‚Tanzgeschichte 3: Technik, Ausdruck, Rezeption’ ist der dritte Teil einer vierteiligen Vorlesungsreihe. Die einzelnen Teile können jedoch unabhängig voneinander und auch einzeln besucht werden.

Literatur: 

Lektürevorschläge freiwillig zur Vorbereitung:

  • Adshead-Lansdale, Janet; Layson, June (Hgg.): Dance history. An introduction. Second edition, revised and updated. London, New York 1994.
  • Anderson, Jack: Ballet & Modern Dance. A Concise History. Hightstown19922.
  • Blasis, Carlo: Traité élémentaire, théorique et pratique de l’ art de la danse. Mailand 1820.
  • Brandstetter, Gabriele: Tanz-Lektüren. Körperbilder und Raumfiguren der Avantgarde, Frankfurt a. M.
  • Caine, Debra; Mackrell, Judith: The Oxford Dictionary of Dance. New York 2002.
  • Carter, Alexandra: Rethinking Dance History. A reader. London, New York 2004.
  • Cramer, Franz Anton: In aller Freiheit. Tanzkultur in Frankreich zwischen 1930 und 1950. Berlin 2008.
  • Dahms, Sibylle (Hg.): Tanz. Kassel u.a. 2001.
  • Foster, Susan Leigh: Choreography & Narrative. Ballet’s Staging of Story and Desire, Bloomington 1996.
  • Gautier, Théophile: Écrits sur la Danse. Ausgew., präsent., komment.v. Ivor Guest. Arles 1995.
  • Huschka, Sabine: Moderner Tanz. Konzepte – Stile – Utopien. Frankfurt a. M. 2002.
  • Huschka, Sabine (Hg.): Wissenskultur Tanz. Historische und zeitgenössische Vermittlungsakte zwischen Praktiken und Diskursen. Bielefeld 2009.
  • Metzler Lexikon Theatertheorie. Hrsg. v. Erika Fischer-Lichte u.a. Stuttgart 2005.
  • Noverre, Jean Georges: Briefe über die Tanzkunst und über die Ballette. Übers. v. Gotthold Ephraim Lessing, Johann Joachim Christoph Bode. Faks. Hg. v. Kurt Petermann. Leipzig 1977 (=Documenta choreologica 15). Dt. Orig.: Hamburg, Bremen 1769.
Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Das 19. Jahrhundert – Europäische Theatergeschichte 7

Veranstaltungsdaten: 
Montag 10-12 (Beginn: 22.02.2010, Ende: 31.05.2010), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude 114.
Beschreibung: 

Das ‚lange’ 19. Jahrhundert stellt für die Geschichtsschreibung eine besondere Herausforderung dar: Auf der einen Seite erscheint es als ein überlanger Zeitraum, der die gesamte Modernisierungsphase der europäischen Gesellschaften bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs umfasst, auf der anderen Seite handelt es sich um einen so heterogenen und widersprüchlichen Zeitraum, dass eine vereinheitlichende Periodisierung kaum möglich erscheint. Für die Theatergeschichte gilt das 19. Jahrhundert als eine Epoche der Kommerzialisierung und des Epigonentums, die vor allem als Kontrast für die Bewegungen der Moderne genutzt wird. Die Vorlesung wird versuchen, dieses Paradigma aufzubrechen, um stattdessen zu zeigen, wie das Theater Spiegel und Katalysator dieser Modernisierungsprozesse war. Gleichzeitig ist eine solche Betrachtung nur in einem komparatistischen Blickwinkel möglich.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Einführung in die Theaterwissenschaft

Veranstaltungsdaten: 
Montag 14-16 (Beginn: 14.09.2009, Ende: 14.12.2009), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude, HS 206.
Beschreibung: 

Diese Vorlesung zu Grundfragen der Theaterwissenschaft ergänzt den Grundkurs „Theater zwischen Prozess und Werk“. Sie wendet sich an die Studierenden der ersten Semester der Bachelor-Stufe. Der einführende Charakter wird dadurch betont, dass sich die verschiedenen Veranstaltungen – die Lektüre unterstützend – den Kapiteln des Buches „Theaterwissenschaft. Eine Einführung“ widmen. Behandelt werden die Entstehung szenischer Vorgänge, Theaterbegriffe, deren Grenzen, Schauspieltheorien, Dramaturgiekonzepte, Fragen nach den Ursprüngen von Theater, Unterschiede zwischen Theater und audiovisuellen Medien sowie Theatralitätskonzepte. Die Veranstaltungen gehen jedoch deutlich über den Buchtext hinaus, indem jeweils divergierende Auffassungen anderer Autorinnen und Autoren erörtert werden. Ausserdem werden die Studierenden einbezogen, indem sie jeweils eine Woche im voraus Fragen einreichen können, die in den Vorlesungstext oder ins Gespräch einfliessen. Die Vorlesung enthält dialogisch-seminaristische Abschnitte. Weiterführende Literatur ist in jedem Kapitel in den Fussnoten sowie am Ende des Buches angegeben und findet sich zudem in der Übersicht „empfohlene Literatur“ des ITW.

Literatur: 

Kotte, Andreas: Theaterwissenschaft. Eine Einführung (UTB). Köln 2005. Lazarowicz, Klaus / Balme, Christopher (Hg.): Texte zur Theorie des Theaters. Stuttgart 1991. Klier, Helmar (Hg.): Theaterwissenschaft im deutschsprachigen Raum. Texte zum Selbstverständnis. Darmstadt 1981.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 13. September 2009!

Nicht nur Wittenberg: Hamlets Reise nach Deutschland. Eine Kulturgeschichte des kollektiven Imaginären

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 14-16 (Beginn: 15.09.2009, Ende: 15.12.2009), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude, HS 114.
Beschreibung: 

Hamlet ist nicht nur die wahrscheinlich bekannteste Theaterfigur der europäischen Theatergeschichte, er wurde auch jenseits des Shakespeare’schen Textes immer wieder zur Chiffre für unterschiedliche Frage- und Problemstellungen. Besonders die deutschsprachige Geistesgeschichte hat sich intensiv mit dieser Figur auseinandergesetzt: Seit dem 18. Jahrhundert besitzt Hamlet eine feste Position in der kollektiven Vorstellungswelt. Die Vorlesung verfolgt diese Spur, in dem sie die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen der Theatergeschichte und dieser Denkfigur nachzeichnet: Von Goethes „Wilhelm Meister“, über die Virtuosen des 19. Jahrhunderts, Schriftsteller wie Gerhart Hauptmann, Julius Bab, Klaus Mann, bis hin zu Inszenierungen von Jessner, Gründgens, Heiner Müller, Christoph Schlingensief und den unterschiedlichen Hamlet-Performances von Harald Schmidt soll hier die Reise ‚Hamlets nach Deutschland‘ als eine Kulturgeschichte der kollektiven Vorstellungswelt beschrieben werden.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 13. September 2009!

Das 18. Jahrhundert – Europäische Theatergeschichte 6

Veranstaltungsdaten: 
Montag 10-12 (Beginn: 14.09.2009, Ende: 14.12.2009), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude, HS 114.
Beschreibung: 

Das 18. Jahrhundert ist in theatergeschichtlicher Perspektive durch das Aufeinandertreffen bzw. Zusammenwirken unterschiedlichster Kräfte und Interessen geprägt: Während aus geistes- und sozialgeschichtlicher Perspektive mit der Aufklärung und dem Aufstieg des Bürgertums die Vorherrschaft aristokratisch-absolutistischer Lebensstile und Denksysteme in Frage gestellt wird, zeichnet sich die Theaterpraxis durch eine Vielfalt unterschiedlichster Formen und Ansätze aus: Während auf der einen Seite – von der traditionellen Theatergeschichte immer noch zu wenig beachtet – Spielformen der Wandertruppen weiterleben, bemühen sich verstärkt bürgerliche Vordenker, wie Gottsched oder Lessing, um eine ‚Verbürgerlichung‘ des Theaters als moralische Anstalt. Dies betrifft sowohl die Darstellungsformen, als auch die Organisationsform des Theaters. Darüber hinaus lässt sich eine neue Form der Internationalisierung des Theaters beschreiben, wenn Schauspieler wie der Engländer David Garrick durch ihr Auftreten (und ihre Gastspiele) den Theaterdiskurs in ganz Europa beeinflussen. Die Vorlesung versucht, im Rahmen der Vorlesungsreihe „Europäische Theatergeschichte“, diese komplexen Entwicklungen nachzuzeichnen und in ihrer Widersprüchlichkeit und Lebendigkeit als Impulsgeber bis weit ins 19. und 20. Jahrhundert hinein zu charakterisieren.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 13. September 2009!

Einführung in Dramaturgie und Aufführungsanalyse

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 10-12 (Beginn: 19.02.2009, Ende: 28.05.2009), 2 SWS, 3 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude, HS 120.
Beschreibung: 

Die Vorlesung zu Grundfragen der Dramaturgie und der Aufführungsanalyse ergänzt den Grundkurs „Grundbegriffe Dramenanalyse und Produktionsdramaturgie“. Sie wendet sich an die Studierenden der ersten Semester der Bachelor-Stufe. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die wichtigsten Ansätze zur Aufführungsanalyse und führt in die Grundbegriffe der Dramaturgie ein. Aufführungsanalyse gilt seit Max Herrmann als Herzstück der Theaterwissenschaft, deren Gegenstand nicht in erster Linie der dramatische Text, sondern die lebendige Aufführung ist. Aufführungsanalyse stellt Begriffe zur Analyse und Beschreibung von Theaterereignissen bereit. Ihren Gegenstand betrachtet sie dabei als strukturierten Zeichenzusammenhang, mithin als Text. Im Gegensatz dazu geht es der Dramaturgie um die Entwicklung zukünftiger Theaterereignisse. Sie kann sich sowohl auf den dramatischen Text als auch auf den Aufführungstext und dessen Produktion beziehen. Die Leistungen, die im Zusammenhang mit der Vorlesung erbracht werden, werden innerhalb der Grundkursklausur bewertet.

Literatur: 
  • Hiss, Guido: „Zur Aufführungsanalyse“, In: Renate Möhrmann (Hg.): Theaterwissenschaft heute. Berlin 1990, S. 65-80.
  • Fischer-Lichte, Erika: Semiotik des Theaters. Bd. 3, Tübingen 1983.
  • Lehmann, Hans-Thies: „Die Inszenierung: Probleme ihrer Analyse“. In: Zeitschrift für Semiotik, Bd.11, Heft 1, Tübingen 1989. S. 29-49.
Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 15. Februar 2009!

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