Nach dem Titel von Inhalten suchen.

Sollte der Inhalt nicht gefunden werden können, kann auch die Erweiterte Suche verwendet werden.

Institut für Theaterwissenschaft

Seminar

Die Schaubühne am Halleschen Ufer 1970-1979

Veranstaltungsdaten: 
Blockkurs, obligatorische Einführungsveranstaltung: Fr, 01.10.2010, 10-14, 1. Block: Do, 07.10.2010 12-18, Fr, 08.10.2010 10-16, 2. Block: Do, 25.11.2010 12-18, Fr, 26.11.2010 10-16, 5 ECTS
Beschreibung: 

In der Zeit ihrer Neuformierung von 1970 am Halleschen Ufer bis in die 1980er Jahre am Lehniner Platz war die Berliner Schaubühne das bedeutendste Theater der europäischen Welt. Hervorgegangen aus den Turbulenzen der 1968er Bewegung, zogen die Produktionen und die theoretischen Äußerungen ihrer prägenden Regisseure (Peter Stein, Klaus Michael Grüber) und Dramaturgen (Dieter Sturm, Botho Strauß) eine theaterhistorisch exemplarische Spur weltanschaulicher und ästhetischer Positionen. Die Produktionen zeugten von der widersprüchlichen, vieldimensionalen Komplexität geschichtlicher Prozesse und gegenwärtiger Wirklichkeiten. Das Seminar widmet sich der kulturhistorischen Erforschung der theatralen Formen, weltanschaulich-ästhetischen Haltungen und philosophischen Bezugsrahmen der äußerst gegensätzlichen Schaubühnenproduktionen der frühen Siebziger des vergangenen Jahrhunderts. Anhand exemplarischer Inszenierungsanalysen sollen die für diese Inszenierungen konstitutiven epistemologischen, kunst-, körper-, mentalitäts- und alltagsgeschichtlichen Perspektiven herausgearbeitet und auf diese Weise ihr kulturhistorischer Ort bestimmt werden.

Literatur: 

Fiebach, Joachim: “Das entscheidende für uns [...] ist das Theater in Paradoxis“ – Zur Schaubühne am Halleschen Ufer von 1970 bis 1980. In: Fischer-Lichte, Erika et al. (Hg.): Theater seit den 60er Jahren. Grenzgänge der Neo-Avantgarde. Tübingen u. Basel 1998, S. 235- 315.

Iden, Peter: Die Schaubühne am Halleschen Ufer 1970-1979 Frankfurt/M. 1982.

Kreuder, Friedemann; Bachmann, Michael: Politik mit dem Körper. Performative Praktiken in Theater, Medien und Alltagskultur seit 1968. Bielefeld 2009.

Quellen der Tanzgeschichte

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 14-16 (Beginn: 30.09.2010, Ende: 23.12.2010), 2 SWS, 5/6 ECTS
Beschreibung: 

Woher weiss ich als Tanzwissenschaftler/in, wie z.B. Jean Corallis/Jules Perrots Giselle oder Waslaw Nijinskis Till Eulenspiegel oder Kurt Jooss’ Der grüne Tisch oder irgendein anderes Tanzstück vergangener Zeiten auf der Bühne ausgesehen hat? Aus Libretti, Partituren, Beschreibungen, Kritiken, von Illustrationen, Fotos, vielleicht sogar Filmen oder Rekonstruktionen kann ich mir ein Bild von der historischen Kreation machen. Aber was habe ich dann von diesem Bild? Und wie ist es zu behandeln? Oder anders, auch in Bezug auf die neuere und neuste Tanz-‚Geschichte’ gefragt: Wie lässt sich beispielsweise William Forsythes Artifact oder Sasha Waltz’ Allee der Kosmonauten analysieren, wenn es gerade in keinem Theater der Welt (mehr) gespielt wird? Reichen dazu Zeitungsartikel und Videoaufnahmen?

Im Seminar soll erprobt und diskutiert werden, auf welche Quellen wir in der Tanzwissenschaft zugreifen können – und mit welchen Konsequenzen wir dies tun. Dabei werden gängige, so genannt kanonische Quellen ebenso in Betracht gezogen und untersucht wie seltenere Archiv-Fundstücke; Texte, Bilder oder filmische Aufzeichnungen.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Literatur: 

Dahms, Sibylle (Hg.): Tanz. Kassel u.a. 2001.

Haitzinger, Nicole: Vergessene Traktate – Archive der Erinnerung. Zu Wirkungskonzepten im Tanz von der Renaissance bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. München 2009.

Huschka, Sabine (Hg.): Wissenskultur Tanz. Historische und zeitgenössische Vermittlungsakte zwischen Praktiken und Diskursen. Bielefeld 2009.

Schroedter, Stephanie: Vom „Affect“ zur „Action“. Quellenstudien zur Poetik der Tanzkunst vom späten Ballet de Cour bis zum frühen Ballet en Action. Würzburg 2004.

Siegmund, Gerald (Hg.): William Forsythe. Denken in Bewegung. Berlin 2004.

Woitas, Monika: Im Zeichen des Tanzes. Zum ästhetischen Diskurs der darstellenden Künste zwischen 1760 und 1830. Herbolzheim 2004.

Experten des Alltags: Das Amateurtheater in der Schweiz. Was macht nichtprofessionelles Theaterspiel aus?

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 15-18 (Beginn: 25.02.2010, Ende: 27.05.2010), 2 SWS, 5/6 ECTS-Punkte (für BA/MA), Termine: 25.02. BE, 11.3. ZH, 25.03. BE, 15.04. ZH, 22.04. BE, 29.04. ZH, 06.05. BE, 27.05. ZH + 2 Theaterbesuche (je einmal in Zürich und in Bern, Termine werden noch bekannt gegeben). Ort: Hauptgebäude 214.
Beschreibung: 

Es gibt eine Form kultureller Praxis, die nur ausnahmsweise in die Feuilletons der Zeitungen Eingang findet: die Laienbühne, das Liebhabertheater, der dörfliche Theaterverein oder die lokale Theatergesellschaft. Das Seminar setzt sich zum Ziel, dieses Phänomen in seiner geschichtlichen Entwicklung, vor allem aber in seinen heutigen Formen und Ausgestaltungen zu untersuchen. Die Studierenden werden sich eingehend mit jeweils einer der zahlreichen schweizerischen Laienbühnen (Liste der schweizerischen Laienbühnen: http://www.volkstheater.ch/vereine.asp) in Kontakt setzen und aufgrund eines im Seminar erarbeiteten Fragebogens Interviews mit Darstellern und Darstellerinnen, mit Regisseuren und weiteren Personen führen. Diese Feldforschung soll durch andere Dokumentationsformen (Plakate, Texthefte, Theaterstücke, Notizen, Fotografien, Zeitungsausschnitte, Fotografien, Tonband-/oder Videoaufzeichnungen) ergänzt werden. Das Theaterspiel der Laien soll dabei in seinem sozialen Kontext, in seinem Stil und seiner Totalität wahrgenommen werden, als Freizeitbeschäftigung und als Form des sozialen Umgangs mit anderen. Der Ausdruck „Experten des Alltags“, eigentlich geprägt für die Teilnahme von Laien an Produktionen der professionellen Freien Szene und an Stadttheateraufführungen, umschreibt recht genau ein wesentliches Ziel des Seminars, nämlich die Besonderheiten nichtprofessionellen Theaterspiels herauszufinden. Die Methoden Teilnehmende Beobachtung und Aufführungsanalyse sollen einander ergänzen. Deshalb die Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Populäre Kulturen der Universität Zürich und dem ITW Bern. Für dieses gehört das Seminar zum aktuellen Forschungsprojekt STEP (Teilprojekt „Das Theater der Schweiz“; http://www.theaterwissenschaft.ch/).

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Teilnahmebedingungen:
Je 15 Studierende beider Institute. Im ITW nach Liste ePhi, eine Warteliste wird geführt. Die Studierenden besuchen 8 Sitzungen und 2 Theatervorstellungen an Abenden der Sitzungstage (je eine im Raum Bern bzw. Zürich). Leistungsnachweis s.o., mündliches Referat, verschriftlicht 20'000 Zeichen. Räume und Literatur werden noch bekannt gegeben.

Intermediale Spurensicherungen: Theater|Medien|Ästhetik

Veranstaltungsdaten: 
Block 1: Donnerstag 18.03 (14:00-18:00 Uhr) ; Freitag 19.03 (10:00-13.00, 14:00-18:00 Uhr). Ort: ITW 204. Block 2: Donnerstag 20.05 (10:00-13:00, 14:00-18:00 Uhr); Freitag 21.05 (10:00-13:00,13:00-17:00 Uhr), 5/6 ECTS-Punkte
Beschreibung: 

Ist Theaterwissenschaft als Kulturwissenschaft in einer wesentlichen fachlichen Dimension bestimmt, so wird, gerade vor dem Hintergrund grundlegender, medial motivierter Umbrüche des sozio-kulturellen, politisch-ästhetischen und auch wahrnehmungsökonomischen Feldes, jene Ausprägung des Faches gefordert, welche die Theaterwissenschaft als Medienwissenschaft qualifiziert. Indes bleibt streitbar, ob Theater respektive theatrale Vorgänge und Wahrnehmungen überhaupt im Rahmen eines adäquaten Begriffs des Medialen besprochen und theoretisiert werden können – reicht doch das Auslegungsspektrum von Formeln wie Theater ist kein Medium, über Theater als Multi-Medium, über Theater als Medienverbund bis hin zu Erörterungen, die Theatralität als Medium zu theoretisieren suchen. Im Seminar werden daher grundlegende theaterästhetische und medientheoretische Texte behandelt, die Aufschluss darüber geben sollen, wie das Ineinandergreifen von Bewegungsabläufen, Zeichenproduktionen und Wahrnehmungsvollzügen mit medialisierten Theatralitätsformen sowie theatralisierten Mediengeflechten in Zusammenhang steht. Ferner sollen die behandelten Schriften dazu beitragen, ein grundlegendes methodisches Instrumentarium zu entwickeln, das Wahrnehmungsformen des Theatralen sowie Theatralisierungen der medialen Sphäre benennbar und unterscheidbar macht. Wenn es sich bei theatral-medialen Mischszenarien idealiter um 'autopoietische Feedbackschleifen' handelt, wobei allein mittels dieses Vokabulars der mediale Charakter des Theatralen angeschrieben scheint, dann bliebe zu fragen: Was wird in solch angeblich selbsterzeugenden Rückkopplungszyklen iteriert, wenn es um die Wahrnehmung von Theatralität als Eigenschaft geht und wenn ferner auf die Produktion von Theatralität durch die Wahrnehmungsakte von Rezipientensubjekten abgestellt wird?

Im ersten Block des Seminars sollen diese Fragestellungen auf Ästhetiken der historischen Avantgarde sowie der Neo-Avantgarde bezogen werden. Der zweite Teil hingegen widmet sich apparativ-technischen Szenarien des Medialen von der Photographie, dem Telefon, dem Fernsehen bis hin zum Computerspiel. Dabei wird nicht nur der Weg von der partizipativen zur interaktiven Kunst skizziert, sondern auch der Wandel des passiven Rezipienten zum Nutzer in verhaltensökonomischer Hinsicht nachvollzogen.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Schauspielstil und Menschenbild – Exkursion zu den Wiener Festwochen 2010

Veranstaltungsdaten: 
Exkursion: 16. Mai 2010 (Anreise) bis 22. Mai 2010 (Rückreise), Termine für Vor- und Nachbesprechungen: 19. März 2010, 7. Mai 2010 und 28. Mai 2010, jeweils 16–18 Uhr, Hallerstrasse 5, SR 204. Die Teilnahme ist obligatorisch. 5/6 ECTS-Punkte (für Ba/Ma). Ort: ITW 204.
Beschreibung: 

An den Wiener Festwochen sind jährlich ca. vierzig Schauspielproduktionen sowie zahlreiche Produktionen weiterer Sparten aus unterschiedlichen Ländern zu sehen. Im Rahmen der Exkursion werden Inszenierungen der Wiener Festwochen und ggf. andere Aufführungen an Wiener Theatern besucht und diskutiert. Die Arbeitsgruppen bereiten die Theaterbesuche vor und führen danach eine detaillierte Analyse der Inszenierungen durch, die als Grundlage für die Diskussion über die jeweilige Ästhetik sowie die (politische) Stossrichtung und die gesellschaftliche Bedeutung der Produktionen dient. Die Aufführungen werden unter besonderer Berücksichtigung des Schauspielstils untersucht: Was kennzeichnet diesen? Wo positionieren sich die Inszenierungen im Theatersystem bzw. in der Gesellschaft? Welche Resonanz haben sie in der Presse? Welche Tendenzen des Gegenwartstheaters sind erkennbar? Insbesondere sollen in den Referaten und Diskussionen zum einen die konkreten Formen und Qualitäten ostentativen Körpergebrauchs beschrieben und analysiert werden. Zum anderen stehen daran anschliessend die Prozesse der Figuration und Subjektkonstitution im Zentrum des Interesses. Das Lehrveranstaltungsprogramm in Wien wird gemeinsam mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien durchgeführt. Besuche in aktuellen Ausstellungen und kulturellen Institutionen ergänzen das Programm.

Literatur: 
  • Barba, Eugenio: The Paper Canoe. A Guide to Theatre Anthropology. London 1995.
  • Fischer-Lichte, Erika u. a. (Hg.): Verkörperung. Tübingen 2001.
  • Fischer-Lichte, Erika (Hg.): Körper-Inszenierungen. Präsenz und kultureller Wandel. Tübingen 2000.
  • Kotte, Andreas: Schauspieltheorien und -stile. In: Ders.: Theaterwissenschaft. Eine Einführung. Köln u. a. 2005, S. 169–201.
  • Lehmann, Hans-Thies: Postdramatisches Theater. Frankfurt/Main 1999.
Hinweise: 

Teilnahmebedingungen
1. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Aus administrativen Gründen können nur Personen teilnehmen, welche bereit sind, im Kollektiv zu reisen und in der reservierten Unterkunft zu übernachten. Sollten mehr Anmeldungen vorliegen, haben Major/HF-Studierende und erstmalig an einer Exkursion des ITW Teilnehmende Vorrang. Darüber hinaus wird eine Warteliste geführt.
2. Die Kosten der Exkursion (Flug, öffentliche Verkehrsmittel, Hotelübernachtung im Mehrbettzimmer, Frühstück, Theaterkarten) betragen sFr. 750.–. Die Einzahlung muss bis zum 20. Februar 2010 erfolgen. Einzahlungsscheine für die Überweisung liegen dem Anmeldungsformular bei. Nach der Exkursion wird aus Staats- und Universitätsmitteln ein Teilbetrag von maximal 100.– rückvergütet. Mit der Anmeldung ist deshalb ein auf das eigene Konto lautender Einzahlungsschein einzureichen; ohne diesen ist die Anmeldung ungültig.
3. Nach der Teilnahmebestätigung durch das ITW ist Ihre Anmeldung verbindlich und kann nur bis zum 1. April 2010 storniert werden. Sollten Sie Ihre Anmeldung bis zum 1. April 2010 zurückziehen, wird Ihnen ein Unkostenbeitrag von 100.– in Rechnung gestellt. Bei einer späteren Abmeldung steigt der Unkostenbeitrag auf 350.–.
4. Anmeldung im ePUB/ePhi – erst nach erfolgter Teilnahmebestätigung – bis zum 15. März 2010.
5. Die Anreise bis Zürich Flughafen erfolgt individuell und auf eigene Kosten.
6. Der Besuch sämtlicher Theateraufführungen und die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen in Wien sowie den Vor- und Nachbereitungssitzungen in Bern sind obligatorisch.
7. Mündliche und schriftliche Leistungsnachweise sind in Arbeitsgruppen sowie in Einzelarbeiten zu erbringen. Abgabe der schriftlichen Hausarbeit bis zum 15. Juli 2010.

Termine
bis 15. Januar 2010: Anmeldung im Sekretariat (ausgefülltes Anmeldeformular und auf eigenes Konto lautender Einzahlungsschein)
bis 20. Januar 2010: Teilnahmebestätigung per Email durch ITW
bis 20. Februar 2010: Einzahlung von sFr. 750.- auf ITW-PC-Konto 30-27209-8
bis 15. März 2010: Anmeldung im ePUB und ePhi
19. März 2010, 16–18 Uhr: Vorbereitungssitzung ITW, SR 204
7. Mai 2010, 16–18 Uhr: Vorbereitungssitzung ITW, SR 204
16. bis 22. Mai 2010: Exkursion zu den Wiener Festwochen
28. Mai 2010, 16–18 Uhr: Nachbereitungssitzung ITW, SR 204
bis 15. Juli 2010: Abgabe der schriftlichen Hausarbeit

Phänomene und Methoden

Veranstaltungsdaten: 
Montag 16-18 (Beginn: 14.09.2009, Ende: 14.12.2009), 2 SWS, 6/7 ECTS-Punkte (für Studierende Ma und Liz/HS). Ort: ITW, SR 204.
Beschreibung: 

Die Veranstaltung richtet sich an Doktoranden sowie an Studierende in der Phase der Vorbereitung ihrer Lizentiats- oder Masterarbeit im Studienprogramm Theaterwissenschaft/ Tanzwissenschaft. Es werden Lizentiats-, Master-, Doktorats-, Habilitations-, Buch- und Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert. Damit dient die Veranstaltung auch der Weiterbildung der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Institutes. Der Stand der grösseren Forschungsvorhaben des ITW Bern – „Berner Theatergeschichte“; „Humanitas und Zivilisation im Spiegel der italienischen Improvisationskomödie“ sowie „Theatersysteme kleinerer europäischer Länder“ – wird regelmässig resümiert, um Synergieeffekte in die Arbeit einfliessen lassen zu können. Ausserdem erörtern alle Beteiligten die aktuellen Entwicklungen der Theaterwissenschaft, werten theaterwissenschaftliche Kongresse aus und planen den Lehr- und Forschungsaustausch mit ausländischen Partnerinstituten.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 13. September 2009!

Merce Cunningham an der Schwelle zur Postmoderne: Bewegungsforschung und Bühnenkunst

Veranstaltungsdaten: 
Montag 14-16 (Beginn: 14.09.2009, Ende: 14.12.2009), 2 SWS, 6/7 ECTS-Punkte (für Studierende Ma und Liz/HS). Ort: Hauptgebäude, HS 115.
Beschreibung: 

Merce Cunningham sucht in der Bühnenkunst, Konkretisierungen eines Unmöglichen zu schaffen, um einen Blick auf die Potentialität des menschlichen Körpers in Bewegung zu eröffnen. Seine Choreographien veräußern hierbei ein ästhetisches Geflecht aus Klängen und Bewegungsereignissen, die stets mit dem Wirklichen und Möglichen verbunden sind, Choreographien, die das Utopische als mentale und physische Prozesse in spezifischen Räumen und Bühnensituationen wahrnehmbar machen wollen. Der diesjährige 90. Geburtstag des amerikanischen Choreographen bietet dem Seminar Anlass, dieses ästhetische Körper- und Bühnenprojekt an der Schwelle zur Postmoderne analytisch und kritisch zu befragen. Wie be- und verhandeln Cunninghams bewegungstechnische, aleatorische und mediale Verfahren den Körper, der stets den zentralen Anlass seiner Arbeit bildet? Wie kann der Körper als utopischer Akteur gedacht werden? Wie operiert das co-präsente Aufführungskonzept und welche Wahrnehmungssituationen werden geschaffen? Wie also ließe sich die Medialität jener choreographierten Körper fassen? Grundlage des Seminars werden filmische Choreografien von Cunningham, Experimente mit dance forms, Auseinandersetzung mit ästhetisch-philosophischen Texten und – soweit vorhanden – Reflexionen eigener Kenntnisse der Cunningham-Technik sein. Ausgiebige Lektüre und der Besuch von gesonderten Sichtterminen werden notwendig sein.

Literatur: 
  • Copeland, Roger: Merce Cunningham. The Modernizing of Modern Dance. New York, London 2004.
  • Foucault, Michel: Die Heterotopien. Der utopische Körper. Zwei Radiovorträge. Frankfurt a/M 2005 (Die franz. Fassung der beiden Radiovorträge wurde zuerst als CD veröffentlich: INA, mémoire vive, Michel Foucault. Tuopies et hétérotopies. Paris 2004).
  • Franko, Mark: Dancing Modernism/Performing Politics. Bloomington, Indianapolis 1995.
  • Gil, José: „The Dancers’s Body“. In: Massumi, Brian (Hg.): A shock to thought : Expressions after Deleuze & Guattari, London / New York 2002, S. 117- 148.
  • Han, Byong-Chul: Abwesen. Berlin 2007.
  • Huschka, Sabine: Subjekt-Körper-Leere: Diamanten. Merce Cunningham zum 90. Geburtstag, auf: www.corpusweb.net (12/2008) In: dies.: Merce Cunningham und der Moderne Tanz. Körperkonzepte, Choreographie und Tanzästhetik. Würzburg 2000.
  • Sontag, Susan: „Im Gedenken an ihre Gefühle”. In: d´Offay, Anthony (Hg): Freundschaften Cage-Cunningham-Johns. Bonn 1991, S. 13-23.
Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 13. September 2009!

Metropolitane Kultur um 1900

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 10-12 (Beginn: 15.09.2009, Ende: 15.12.2009), 2 SWS, 6/7 ECTS-Punkte (für Studierende Ma und Liz/HS). Ort: Hauptgebäude, HS 106.
Beschreibung: 

Der Zeitraum um 1900 hat in der historischen Forschung der letzten Jahre eine nachhaltige Neubewertung erfahren – während eine ereignisgeschichtliche Perspektive vor allem die Erstarkung des Nationalismus und die großen gesellschaftlichen Spannungen vor dem Ersten Weltkrieg fokussiert, haben neuere Studien auf historische Unterströmungen dieser Entwicklung verwiesen. So gerät die Metropole und ihre Lebenswelt als spezifische Form urbaner Kultur in den Blick: nicht mehr unter dem – im Deutschen fast immer pejorativ gebrauchten – Rubrum der Großstadt, sondern als paradigmatischer Ort kultureller und sozialer Modernisierung und Mobilität. So eröffnet der Blick auf die Metropole einen Blick auf eine bemerkenswerte Schizophrenie, nämlich einer aggressiven Rhetorik nationaler Abgrenzung auf der einen Seite und einer lebensweltlichen Orientierung und Praxis, die Internationalität als besonderes Gütezeichen schätzt, auf der anderen Seite. Leider sind die Spuren dieser metropolitanen Kultur im Kontext einer letztlich doch nationalstaatlich orientierten Historiographie oftmals verdrängt oder marginalisiert worden. Ziel des Forschungsseminars wird es sein, neue Quellen zu erschließen und die historische Entwicklung im internationalen Vergleich unterschiedlicher Metropolen an ausgewählten Beispielen zu beschreiben. Das Seminar steht in Verbindung mit einer für Anfang 2010 geplanten internationalen Forschungstagung zum Thema „Metropolitan Culture“ an der Universität Bern. TeilnehmerInnen des Seminars sind herzlich eingeladen, auch diese Veranstaltung zu besuchen.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 13. September 2009!

Phänomene und Methoden

Veranstaltungsdaten: 
Montag 16-18 (Beginn: 23.02.2009, Ende: 25.05.2009), 2 SWS, 6/7 ECTS-Punkte (für Studierende Ma und Liz/HS). Ort: Hallerstr. 5, SR 204.
Beschreibung: 

Die Veranstaltung richtet sich an Doktoranden sowie an Studierende in der Phase der Vorbereitung ihrer Lizentiats- oder Masterarbeit im Studienprogramm Theaterwissenschaft/ Tanzwissenschaft. Es werden Lizentiats-, Master-, Doktorats-, Habilitations-, Buch- und Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert. Damit dient die Veranstaltung auch der Weiterbildung der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Institutes. Der Stand der grösseren Forschungsvorhaben des ITW Bern – „Berner Theatergeschichte“; „Humanitas und Zivilisation im Spiegel der italienischen Improvisationskomödie“ sowie „Theatersysteme kleinerer europäischer Länder“ – wird regelmässig resümiert, um Synergieeffekte in die Arbeit einfliessen lassen zu können. Ausserdem erörtern alle Beteiligten die aktuellen Entwicklungen der Theaterwissenschaft, werten theaterwissenschaftliche Kongresse aus und planen den Lehr- und Forschungsaustausch mit ausländischen Partnerinstituten.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 15. Februar 2009!

Körperkonzepte

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 14-16 (Beginn: 19.02.2009, Ende: 28.05.2009), 2 SWS, 6/7 ECTS-Punkte (für Studierende Ma und Liz/HS). Ort: Hauptgebäude, 214.
Beschreibung: 

Eine gängige Definition von ‚Tanz’ sieht diesen als ‚bewegte Körper in Raum und Zeit’. Aber was ist ‚der Körper’ im ‚Tanz’? Eine Ballerina des 19. Jahrhunderts hatte eine andere Physis als eine heutige Balletttänzerin, und deren Körper materialisiert sich wiederum anders als jener eines Modern- oder eines Breakdancers. Verschiedene (historische) Zeiten und (stilistische) Richtungen von Tanz konzipieren und formen je ihre eigenen Körper. Diese Körperkonzepte sollen im Seminar unter verschiedenen Gesichtspunkten an historischen und zeitgenössischen Beispielen aus dem Bereich des künstlerischen Tanzes untersucht werden. Dabei werden auch allgemeine Überlegungen zur Körpergeschichte und -theorie hinzugezogen. Neben der Lektüre und Diskussion von Texten sollen Bilder und Aufzeichnungen von Tanzstücken sowie – je nach Angebot – aktuelle Aufführungen besprochen werden.

Literatur: 
  • Brandstetter, Gabriele: Tanz-Lektüren. Körperbilder und Raumfiguren der Avantgarde. Frankfurt a. M. 1995.
  • Butler, Judith: Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts. Übers. v. Karin Wördemann. Frankfurt a. M. 1997.
  • Huschka, Sabine: Moderner Tanz. Konzepte – Stile – Utopien. Frankfurt a. M. 2002.
  • Klein, Gabriele: FrauenKörperTanz. Eine Zivilisationsgeschichte des Tanzes. Weinheim, Berlin 1992.
  • Lorenz, Maren: Leibhaftige Vergangenheit. Einführung in die Körpergeschichte. Tübingen 2000.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 15. Februar 2009!

© 2006 Institut für Theaterwissenschaft, Bern | Designed by xeophin.networlds in Switzerland.