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Institut für Theaterwissenschaft

Ba-Seminar

Gibt es ‚weibliche Regie’?

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 14-16 (Beginn: 28.09.2010, Ende: 21.12.2010), 2 SWS, 5 ECTS
Beschreibung: 

Es steht völlig außer Frage, dass es national wie international eine immer größere Gruppe von wichtigen Regisseurinnen gibt, die unser Verständnis von Theater nachdrücklich prägen. Aber gibt es auch eine Form ‚weiblicher Regie’?

Jenseits naiver, essentialistischer Stereotype versucht das Seminar in Auseinandersetzung mit künstlerischen und programmatischen Werken dieser Frage nachzugehen. Ausgangspunkt ist dabei die Einsicht, dass sich der Beschreibung von Regie (und damit der Theaterarbeit seit dem späten 19. Jh.) eine patriarchale Logik eingeschrieben hat, die hier kritisch diskutiert und einer Revision unterzogen werden soll.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Hinweise: 

Achtung Terminverschiebung: Neu von 14:00 - 16:00 statt 10:00 bis 12:00

Städte im Vergleich ihrer Theaterformen – Was läuft in Bern wirklich?

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 10-12 (Beginn: 23.09.2010, Ende: 23.12.2010), 2 SWS, 5 ECTS
Beschreibung: 

Angewandte Theaterwissenschaft fragt: Wie viel Theater gibt es in Bern? Mehr oder weniger als in anderen europäischen Städten vergleichbarer Grösse? Die politische Hauptstadt ist nicht die Theaterhauptstadt der Schweiz. Trotzdem verfügt die Agglomeration Bern über ca. 200 Spielstätten. Vom Stadttheater über die alternative Kellerbühne bis zum Saal im „Bären“ oder „Hirschen“. Was wird alles gespielt? Wer finanziert, wer produziert und wer besucht diese Vorstellungen? Eine Bestandesaufnahme soll erstellt werden, quantitativ und qualitativ. Wir wollen – zum ersten Mal – belegen, wie gross das Angebot und die Nachfrage tatsächlich sind: Wie viele Vorstellungen von wie vielen Produktionen für wie viele Zuschauer? Und wir wollen mittels Befragungen herausfinden, warum das Publikum kommt und wie zufrieden es wieder geht.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars erarbeiten gemeinsam einen Beitrag, der in die europäische Forschung einfliesst. Der Städtevergleich ist ein Projekt (City Project) von STEP, einer Forschergruppe, welche die Theatersysteme kleinerer Länder Europas untersucht. STEP-Nationen sind Irland, die Niederlande, Dänemark, Estland, Ungarn, Slowenien und die Schweiz. Die Fragen, die wir an die Berner Theater stellen, nehmen einerseits Rücksicht auf die landesspezifischen Eigenheiten, andererseits sind sie kompatibel mit dem Fragenkatalog der anderen beteiligten Städte, damit die Vergleichbarkeit gewährleistet ist.

Dieses Seminar verlässt den Hörsaal. Es forscht vor Ort, im Speziellen da, wo Theater passiert. Abendeinsätze sind vorgesehen. Das Seminar will studentische Forschung in der Praxis ermöglichen. Das ganze Inventar wird einen Zeitraum von zwölf Monaten abdecken, weiterführende Arbeiten von Studierenden sind deshalb erwünscht.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Literatur: 

Hans van Maanen, Andreas Kotte, Anneli Saro (Hg.): Global Changes – Local Stages. Amsterdam 2009. Andreas Kotte (Hg.): Theater der Nähe. Zürich 2002. Stefan Koslowski (Hg.): Berner Almanach Theater. Bern 2000.

Simone Gojan: Spielstätten der Schweiz. Zürich 1998.

Roland Maurer: Die Schweizer Theaterszene. Edition Pro Helvetia, Zürich 1983.

Beat Schläpfer: Sprechtheater in der Schweiz. Edition Pro Helvetia, Zürich 1992.

Ulrike Landfester (Hg.): Theatermedien. Theater als Medium - Medien des Theaters. Wien 2010.

Postdramatische Flamen

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 12-14 (Beginn: 28.09.2010, Ende: 21.12.2010), 2 SWS, 5 ECTS
Beschreibung: 

Die Belgier kamen, erregten Aufsehen und siegten. Flämische Produktionen v. a. aus Brüssel eroberten internationale Theater- ebenso wie Tanzbühnen und Festivals (post-)dramatisch im Sturm und sind von dort seit den 1980er Jahren nicht mehr wegzudenken. Im Bereich des zeitgenössischen Tanzes und Theaters hat der geographisch kleine Raum Flandern somit unverhältnismässig viele international berühmt gewordene ‚grosse’ Theater- und Tanzkünstler-innen und -künstler hervorgebracht. Jan Fabre, Anne Teresa de Keersmaeker, Wim Vandekeybus, Meg Stuart, Alain Platel, Jan Lauwers, Sidi Larbi Cherkaoui oder Thomas Hauert sind nur einige Namen, die international für die stilbildenden bis avantgardistischen Bühnenkünste aus Belgien stehen.

In diesem Seminar geht es darum, die belgische Theater- und Tanzszene exemplarisch kennenzulernen, ihre Ästhetiken zu analysieren, zu vergleichen und ihre Bedeutung auch theoretisch im weiteren Kontext des zeitgenössischen/postdramatischen Tanz- und Theater-schaffens zu diskutieren. Dies soll anhand von ausgewählten Beispielen – aktuellen Aufführungen (am Festival ‚Tanz in Bern’) und DVD-Visionierungen – sowie über theoretische Texte zum Thema geschehen. Dabei ist ausserdem zu fragen, weshalb dieser ‚Boom’ überhaupt entstanden ist, wie/ob er sich über die Werke oder auch über bestimmte förderpolitische Strukturen, über Kreationsbedingungen und Distributionsverfahren, über ‚Schulen’ oder über andere künstlerisch-biographische Traditionslinien erklären lässt.

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Literatur: 

Gypens, Guy u.a. (Hg.): Rosas/Anne Teresa De Keersmaeker. If and only if wonder. Tournai, Brüssel 2002.

Jan, Erwin; Opsomer, Geert (Hg.): Entgrenzungen. Theater in Flandern und in den Niederlanden. o.O. 1993.

Kästner, Irmela; Ruisinger, Tina: Meg Stuart / Anne Teresa de Keersmaeker. München 2007. Koch, Alexandra; Vorhaben, Jörg (Hg.): Go West. Theater in Flandern und den Niederlanden. Berlin 2009.

Lanz, Isabelle: La danse aux Pays-Bas et en Flandre aujourd’hui. Rekkem 2004.

Vlaams Theater Instituut (Hg.): Canaries in the coal mine. Master Plan for Dance in Flanders and Brussels. http://en.vti.be, 6.5.2010.

Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 19.September 2010!

Theatergeschichte des 19. Jahrhunderts

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 10-12 (Beginn: 23.02.2010, Ende: 01.06.2010), 2 SWS, 5 ECTS-Punkte. Ort: Theatersammlung.
Beschreibung: 

Den thematischen Hintergrund dieses Ba-Seminars bildet die Vorlesung von Prof. Dr. Peter W. Marx „Das 19. Jahrhundert – Europäische Theatergeschichte 7“. Die vertiefte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen theatralen Phänomenen erfolgt anhand der im Museum der Schweizerischen Theatersammlung (STS) vorhandenen Ausstellungsobjekte und Materialien. Ausgehend vom zeitgenössischen Theaterdiskurs beschäftigen wir uns mit verschiedenen Aspekten des Theaterwesens des 19. Jahrhunderts (Organisationsformen, Theaterbauten, Bühnenästhetik, Inszenierungsweisen, Schauspielstile etc.) und erarbeiten Konzepte und Präsentationsformen für die Erneuerung der Dauerausstellung „Theater in Gegenwart und Geschichte“ in der STS. Spannende und kreative Arbeiten mit Praxisbezug erwarten Studierende, die sich besonders für die publikumswirksame Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse interessieren.

Hinweise: 

Durchführungsort: Schweizerische Theatersammlung. Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

Konzepttanz / Non Dance

Veranstaltungsdaten: 
Donnerstag 10-12 (Beginn: 25.02.2010, Ende: 03.06.2010), 2 SWS, 5 ECTS-Punkte. Ort: Hauptgebäude 214.
Beschreibung: 

Choreographische Kreationen, in denen das künstlerische Konzept im Vordergrund steht, ohne dass auf der Bühne im herkömmlichen Sinn getanzt wird, bezeichnet man seit einigen Jahren u. a. als ‚Konzepttanz’ oder ‚Non Dance’. Dieses junge Genre erscheint denn auch den einen als „das Ende von Tanzkunst“ (Schmidt 428) schlechthin, den anderen als Inbegriff des Zeitgenössischen. Dabei sind auch die Begriffe ‚Konzepttanz’ oder ‚Non Dance’ höchst umstritten. Was ist mit dem jeweiligen Begriff und dem, was er bezeichnet, gemeint? Wer verwendet ihn wie und in welchem ästhetischen bzw. theoretischen Sinne? Anhand von theoretischen Texten zum Thema sowie an ausgewählten Beispielen (etwa Kreationen von Jérôme Bel, Xavier Le Roy, Meg Stuart, Simone Aughterlony usw.) sowie – je nach Angebot – aktuellen Aufführungen sollen Konzepte des Konzepttanzes erfasst, überprüft, diskutiert und hinterfragt werden.

Literatur: 

Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.

Lektürevorschläge zur Vorbereitung:

  • Eiermann, André: Postspektakuläres Theater. Die Alterität der Aufführung und die Entgrenzung der Künste. Bielefeld 2009.
  • Foellmer, Susanne: Am Rand der Körper. Inventuren des Unabgeschlossenen im zeitgenössischen Tanz. Bielefeld 2009.
  • Husemann, Pirkko: Choreographie als kritische Praxis. Arbeitsweisen bei Xavier Le Roy und Thomas Lehmen. Bielefeld 2009.
  • Ploebst, Helmut: no wind no word. Neue Choreographie in der Gesellschaft des Spektakels. New choreography in the society of the spectacle. 9 Portraits: Meg Stuart, Vera Mantero, Xavier Le * Roy, Benoît Lachambre, Raimund Hoghe, Emio Greco/PC, João Fiadeiro, Boris Charmatz, Jérôme Bel. München 2001.
  • Schmidt, Jochen: Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts in einem Band. Mit 101 Choreographenporträts. Berlin 2002.
  • Schneider, Katja: Vom Verschwinden der Tanzkunst aus der Choreographie?. In: Reininghaus, Frieder; Schneider, Katja (Hg.): Experimentelles Musik- und Tanztheater. Handbuch der Musik im 20. Jahrhundert. Bd. 7. Laaber 2004. S. 363-366.
  • Siegmund, Gerald: Abwesenheit. Eine performative Ästhetik des Tanzes. William Forsythe, Jérôme Bel, Xavier Le Roy, Meg Stuart. Bielefeld 2006.
  • Siegmund, Gerald: Konzept ohne Tanz? Nachdenken über Choreographie und Körper. In: Clavadetscher, Reto; Rosiny, Claudia (Hgg.): Zeitgenössischer Tanz. Körper – Konzepte – Kulturen. Eine Bestandsaufnahme. Bielefeld 2007. S. 44-59.
  • tanzjournal 2/2004 (Schwerpunkt zum Konzepttanz).
Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 21. Februar 2010!

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