Die Veranstaltung richtet sich an Studierende in der Phase der Vorbereitung ihrer Masterarbeit im Studienprogramm Theaterwissenschaft/Tanzwissenschaft. Sie können ihre Konzepte und erste Ausschnitte vorstellen und mit den Teilnehmenden diskutieren. Da aber auch zahlreiche Doktorats-, Habilitations-, Buch- und Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert werden, erlangen die Studierenden einen breit gefächerten Einblick in Phänomene und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens. Der Stand der grösseren Forschungsvorhaben des ITW Bern – „Berner Theatergeschichte“ sowie „Project on European Theatre Systems“ (STEP) – wird regelmässig resümiert, um Synergieeffekte in die Arbeit einfliessen lassen zu können. Ausserdem erörtern alle Beteiligten die aktuellen Entwicklungen der Theaterwissenschaft, werten theaterwissenschaftliche Kongresse aus und planen den Lehr- und Forschungsaustausch mit ausländischen Partnerinstituten.
Dienstag 14-16 (Beginn: 28.09.2010, Ende 21.12.2010)
Beschreibung:
Die Theatergeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit war lange Zeit eine Domäne der philologischen Disziplinen und beschränkte sich auf die Untersuchung von Spieltexten. Der theaterwissenschaftliche Ansatz reicht jedoch weit darüber hinaus, befasst sich mit einem breiten Spektrum von szenischen Vorgängen und interpretiert diese im kultur- und gesellschafts-geschichtlichen Kontext.
In Auseinandersetzung mit Aufführungszeugnissen, Spieltexten und Forschungsansätzen vertiefen wir uns in die spezifischen Arbeitsfelder der Theaterhistoriographie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit und versuchen die vielfältigen Ausprägungen theatraler Phänomene zu beschreiben und ihre Ursprünge, Entwicklungen und Zusammenhänge zu erhellen. Anhand exemplarischer Lektüre von religiösen und weltlichen Spieltexten verschaffen wir uns Einblick in die von bürgerlichen und geistlichen Autoritäten organisierten Aufführungen und deren Situierung im städtischen und kirchlichen Festwesen. Mit Zeremonien und Ritualen religiösen, brauchtümlichen und politischen Charakters nehmen wir weitere szenische Vorgänge des städtischen Theatralitätsgefüges ins Blickfeld. Des Weiteren interessiert uns die Welt der fahrenden Spielleute, die als professionelle Unterhalter bei höfischen Festen und auf Marktplätzen auftraten und als wandlungsfähige Vermittler theatraler Traditionen fungierten.
Literatur:
Die Themen- und Literaturliste der Veranstaltung wird zu Beginn der Semesterferien auf ILIAS veröffentlicht. Studierende können sich schon vor Semesterbeginn für Referate einschreiben.
Hinweise:
Achtung: Terminliche Änderung: Das Ma-Seminar "Arbeitsfelder Theaterwissenschaft Ältere Theatergeschichte" findet neu jeweils am Dienstag von 14.00 - 16.00 Uhr statt.
Womit befasst sich die aktuelle Tanzwissenschaft und wie tut sie dies? Welches sind ihre Fragen, Themen, Methoden und Gegenstände? In diesem Seminar (bzw. dieser Übung) werden neuere Publikationen aus der internationalen Tanzwissenschaft in den Blick genommen und analysiert – kanonische genauso wie etwas eigensinnigere. Darüber hinaus sollen Fragestellungen und Themen der Studierenden im Hinblick auf mögliche Forschungs- oder MA-Arbeiten entwickelt, vor- und zur Diskussion gestellt werden.
Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.
Literatur:
Bischof, Margrit; Rosiny, Claudia: Konzepte der Tanzkultur. Wissen und Wege der Tanzforschung. Bielefeld 2010 (erscheint voraussichtlich im Juni 2010).
Schellow, Constanze: 56 ways (not) to. Antwerpen 2009.
Die These von der Modernität Shakespeares, ja sogar von seiner Zeitgenossenschaft, die der aus Polen stammende Dramaturg und Literaturwissenschaftler Jan Kott 1965 so programmatisch wie wirkungsmächtig über seine berühmte Aufsatzsammlung schrieb, ist mittlerweile so oft wiederholt worden, dass sie mitunter droht, zum Klischee zu werden. Und dennoch sind seine Stücke, aber auch seine Person ein fester Bestandteil unseres kulturellen Lebens. Dabei ist die Auseinandersetzung längst dem Bühnenraum entwachsen und dominiert alle kulturellen Felder: Vom Roman über Verfilmungen, von Comics, touristischen Attraktionen bis zu Theater-inszenierungen. Allein schon die Ubiquität des Elisabethaners scheint seine Aktualität zu bezeugen.
Das Seminar versucht durch eine weitgesteckte tour d’horizon von Theaterproduktionen, literarischen Adapationen, Verfilmungen und Appropriationen der Populärkultur die Umrisse und Funktionen dieser ‚Zeitgenossenschaft’ zu befragen und näher in den Blick zu nehmen.
Das Seminar wird teilweise in englischer Sprache stattfinden!
Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.
Ab Juni wird es zu diesem Seminar auf Ilias eine einführende Lektüreliste geben.
Hinweise:
Achtung Terminverschiebung: Neu von 10:00 - 12:00 statt 14:00 bis 16:00
Der Virtuose gilt gemeinhin als meisterhafter Beherrscher seiner Metiers. Kritisch wird ihm aber – historisch immer wiederkehrend – auch etwa der „Effekt[] um jeden Preis“ unterstellt, er wird als geistlos oder gar als kunstfern bezeichnet. Im Seminar soll es um verschiedene Konzepte von Virtuosität gehen, um affirmative sowie um kritische. Dabei steht die Tanzkunst im Vordergrund: Spitzentänzerinnen, „Pirouettenschleudern“, „Sprungkönige“, „Crash-and-burn-dancers“ usw. Freilich werden aber auch Virtuositätsdebatten aus dem Schauspielbereich, der Musik usw. herangezogen. Der historische Schwerpunkt liegt dabei v.a. im 19. Jahrhundert, frühere und spätere (bis heutige) Diskurse sollen aber – je nach Fokus – ebenfalls Gegenstand der Diskussion sein. Je nach Angebot werden auch Aufführungen besucht.
Literatur:
Ein Ordner mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.
Arburg, Hans Georg von u.a. (Hg.): Virtuosität. Kult und Krise der Artistik in der Literatur und Kunst der Moderne. Göttingen 2006.
Brandstetter, Gabriele: »Die Szene des Virtuosen. Zu einem Topos von Theatralität«. In: Hofmannsthal-Jahrbuch. Zur europäischen Moderne. Freiburg i.Br. 10/2002. S. 213-243.
Roséri, Margitta: Erinnerungen einer Künstlerin. Ein Buch über die Tanzkunst. Hannover 1891.
SFB 447 Kulturen des Performativen. Teilprojekt B12: Die Szene des Virtuosen: http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we07/forschung/sfb447/B12_die_szene_des_virtuosen/index.html (1.12.2009).
Thurner, Christina: Virtuosinnen am Limit – Zum Sport des weiblichen Körpers im zeitgenössischen Tanz. In: Freiburger GeschlechterStudien 23. Hrsg. v. Meike Penkwitt. Freiburg i. Brsg. 2009. S. 157-171.
Wiesel, Jörg: Zwischen König und Konstitution. Der Körper der Monarchie vor dem Gesetz des Theaters. Wien 2001.
Obgleich die Theatergeschichte immer durch einen starken interkulturellen Austausch geprägt war, so hat sich doch im 20. Jahrhundert eine neue programmatische Dimension dieses Austauschs herausgebildet: Man kann zunehmend vom Entstehen einer ‚globalen’ Theaterkultur in dem Sinne sprechen, dass sich Akteure und Ensembles teilweise systematisch an einem internationalen Publikum, wie es etwa auf Festivals präsent ist, orientieren und die interkulturelle Dimension zum aktiven Bestandteil ihrer Kunst machen.
Das Seminar will an ausgewählten Beispielen diesem Phänomen nachspüren.
Das Seminar wird mit einer Exkursion zum Festival „Theater der Welt“ vom 30. Juni bis 4. Juli 2010 nach Essen/ Mülheim a.d. Ruhr verbunden sein. Die Teilnahme an der Exkursion ist nicht obligatorisch, aber nur Teilnehmer des Seminars sind für die Teilnahme an der Exkursion qualifiziert. Weitere Informationen zu dieser Exkursion wird es Anfang kommenden Jahres geben.
Die Veranstaltung richtet sich an Doktoranden sowie an Studierende in der Phase der Vorbereitung ihrer Lizentiats- oder Masterarbeit im Studienprogramm Theaterwissenschaft/ Tanzwissenschaft. Es werden Lizentiats-, Master-, Doktorats-, Habilitations-, Buch- und Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert. Damit dient die Veranstaltung auch der Weiterbildung der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Institutes. Der Stand der grösseren Forschungsvorhaben des ITW Bern – „Berner Theatergeschichte“ sowie STEP (Project on European Theatre Systems), Teilprojekt „Das Theater der Schweiz“ – wird regelmässig resümiert, um Synergieeffekte in die Arbeit einfliessen lassen zu können. Ausserdem erörtern alle Beteiligten die aktuellen Entwicklungen der Theaterwissenschaft, werten theater-wissenschaftliche Kongresse aus und planen den Lehr- und Forschungsaustausch mit ausländischen Partnerinstituten.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung mit einem der meist bearbeiteten Stoffe der Weltliteratur. Durch eine Beschränkung auf die jeweiligen Pakt-Szenen wird Vergleichbarkeit angestrebt. Die praktische Anwendung des begrifflichen Grundinventars für die dramaturgische Textanalyse und die Produktionsdramaturgie wird die Konsequenzen aufzeigen, die aus der Variation der Paktsituation für die einzelnen Werke, Inszenierungen und deren Wirkung resultieren. Wie können ein Motiv und ein Stoff verändert werden, damit sie eine spezifisch zeitgenössische Wirkung entfalten? In sieben Werken der Faustliteratur wird jeweils das Verhältnis zwischen Faust und Teufel/Mephisto dramaturgisch analysiert. Die Kenntnis von Faust-Verfilmungen und Inszenierungen wie jener von Peter Stein ist als Diskussionshintergrund von Vorteil. Visionierungen gehören als Bestandteil zum Seminar.
Literatur:
Historia von D. Johann Fausten. Text des Druckes von 1587, hrsg. v. Stephan Füssel und Hans Joachim Kreutzer. Stuttgart 1988 (RUB 1516).
Christopher Marlowe: Die tragische Historie vom Doktor Faustus. Stuttgart 1980 (RUB 1128).
Der weltberühmte Doktor Faust. Schauspiel in 5 Aufzügen vom Strassburger Puppentheater. Strassburg 1942.
Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil/zweiter Teil. Stuttgart (RUB 1/2).
Imre Madàch: Die Tragödie des Menschen. Budapest 1957.
Thomas Mann: Doktor Faustus. Berlin 1975.
Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita. Berlin 1975.