Merce Cunningham sucht in der Bühnenkunst, Konkretisierungen eines Unmöglichen zu schaffen, um einen Blick auf die Potentialität des menschlichen Körpers in Bewegung zu eröffnen. Seine Choreographien veräußern hierbei ein ästhetisches Geflecht aus Klängen und Bewegungsereignissen, die stets mit dem Wirklichen und Möglichen verbunden sind, Choreographien, die das Utopische als mentale und physische Prozesse in spezifischen Räumen und Bühnensituationen wahrnehmbar machen wollen. Der diesjährige 90. Geburtstag des amerikanischen Choreographen bietet dem Seminar Anlass, dieses ästhetische Körper- und Bühnenprojekt an der Schwelle zur Postmoderne analytisch und kritisch zu befragen. Wie be- und verhandeln Cunninghams bewegungstechnische, aleatorische und mediale Verfahren den Körper, der stets den zentralen Anlass seiner Arbeit bildet? Wie kann der Körper als utopischer Akteur gedacht werden? Wie operiert das co-präsente Aufführungskonzept und welche Wahrnehmungssituationen werden geschaffen? Wie also ließe sich die Medialität jener choreographierten Körper fassen? Grundlage des Seminars werden filmische Choreografien von Cunningham, Experimente mit dance forms, Auseinandersetzung mit ästhetisch-philosophischen Texten und – soweit vorhanden – Reflexionen eigener Kenntnisse der Cunningham-Technik sein. Ausgiebige Lektüre und der Besuch von gesonderten Sichtterminen werden notwendig sein.
Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 13. September 2009!
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