Jens Emil Sennewald zum Phänomen der Leere Der Kunstkritiker Dr. Jens Emil Sennwald, arbeitet mit seinem Büro «texte & tendenzen» als unabhängiger Publizist in Paris für Zeitschriften in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Er wird einen Vortrag mit anschliessender Diskussionsrunde zum Thema Raum/ Handlung/ Zeichnung mit Bezug auf das Phänomen der Leere, des leeren oder eben niemals wirklich leeren Raumes halten.
Freitag, 2. Oktober, 20.00 Uhr, Dampfzentrale Francis Baudevins Hör-Session: There Singularly Nothing Der Künstler Francis Baudevin kuratierte die Veranstaltung There Singularly Nothing, benannt nach einer Komposition von Petr Kotik. Basierend auf musikalischen Aufzeichnungen aus Baudevins umfangreicher Musiksammlung befasst sich der Anlass mit dem Gedanken der Ausstellung als einer Einladung, den vielen möglichen Echos der Leeren zu begegnen. Ein Programm zur Veranstaltung wird verteilt – während wir Aufnahmen begegnen, die sowohl die aufgezeichnete Stille wiedergeben als auch Musiker, die über die Stille singen! Francis Baudevin wurde 1964 in Bulle, Frankreich geboren, er lebt in Lausanne, Schweiz.
Samstag, 3. Oktober, 18.00 Uhr, Kunsthalle Bern José Miguel Jimenez, CERN, Schweiz In der Technologischen Abteilung des CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) ist José Miguel Jimenez Verantwortlicher der Vakuum-, Oberflächen- und Beschichtungsgruppe (TE/VSC), die sich mit Vakuumsystemen zur Isolierung von Teilchenbeschleunigern und Strahlenmessgeräten beschäftigt. Als Gegenstück zum Verständnis der Leeren wie sie die Ausstellung vermittelt, wird José Miguel Jimenez anhand einer rein naturwissenschaftlichen Herangehensweise untersuchen und damit ein anderes Verständnis von Leere eröffnen.
Samstag, 3. Oktober, 20.00 Uhr, Kunsthalle Bern Projecting the Void Die Veranstaltung bildet eine Feier und gleichzeitig kritische Betrachtung filmischer Leere, eine Projektion möglicher Unmöglichkeiten. Der leere Rahmen oder bildlose Film versucht vielleicht, Abwesenheit zu artikulieren, doch paradoxerweise lenkt er die Aufmerksamkeit auch auf die Gegenwart des Betrachters, die Materialität der filmischen Apparatur und den Raum der Projektion. Die gezeigten Filme wiederholen die Begriffe von Entleerung, Vernichtung, Leere und Unsichtbarkeit in der Ausstellung Voids, Eine Retrospektive. Indem die Verbindungen zwischen Klang, Bild, Repräsentation und Filmmaterial sukzessive auseinanderfallen, offenbart sich Kino als ein eigener Ausstellungsraum, eine Sammlung von „Zelluloid-Räumen“, deren Liebäugelei mit den Belangen der Leere einen eigenen, einmaligen und widersprüchlichen Bereich der Reflexion erzeugen kann. Kuratiert von Stuart Comer
Sonntag, 4. Oktober2009, 17.00 Uhr, Kunsthalle Bern Absenz – (K)ein Konzert - Ensemble Neue Horizonte Bern Mit (Nicht)Werken 1949 – 2009 Eine ausgiebige, unsere Kompetenz und Lebensfreude verbindende Veranstaltung, informativ und zum Nachdenken verleitend, schien uns bald reizvoller als eine wurzelhafte Geste, die ihr Anliegen selbst verunmöglicht und auch nicht relativiert werden kann. Es stellte sich heraus, dass eine stattliche Anzahl von Musikalischen Konzepten, auch veritablen Musikstücken, Ansätze wie NIX LEERE ENTFERNUNG TABULA RASA VAKUUM UNENDLICH WENIG VERSCHWINDEN NULL STILLE thematisieren; aus solchen wollte unser Konzert sich zusammensetzen. Von einem Witz des Komponisten Erwin Schulhoff abgesehen, der einem Pianisten lediglich Pausen zu spielen aufträgt, kann die ernsthafte Auseinandersetzung mit Stille, mit Absenz von Klang, getrost bei John Cage, bei La Monte Young und beim Fluxus angesetzt und von da aus durch die Jahrzehnte verfolgt werden; die Auswahl für unser Konzert gibt davon einen Eindruck, wenn wir auch auf mancherlei längere und längste Werke verzichten mussten. Ein solcher Anlass ist höchst trickreich, kann zwar nicht darauf aus sein, Ohren zu befriedigen, bringt aber Performance, Spott und Irritation, Intelligenz und Verblüffung ins Spiel, eben just all das, was unser Ensemble seit vierzig Jahren für seine dringliche Aufgabe hält.