Ausgehend von einer historisierend-kritischen Betrachtung des Opernbegriffs widmet sich das Seminar der gemeinsamen Geschichte von Commedia all’improvviso und Oper, der „two most typical forms of Italian theater“ (Nino Pirrotta), von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Dabei soll Oper als ein Teil von Theatergeschichte begriffen und auf der methodischen Basis von Theatergefügen ins Verhältnis zur Commedia all’improvviso gesetzt werden. Es werden ebenso die vermeintlichen „Vorläufer“ der Oper angesprochen wie Madrigalkomödie oder die Intermedien beim Florentiner Hoffest 1589 wie der Übergang der Wahnsinnszene von den virtuosen Darbietungen der Commedia all’improvviso zur venezianischen Oper. Weitere Schwerpunkte des Seminars bilden die Opernparodien des Ancien und Nouveau Théâtre Italien sowie die Opern/Singspiel-Experimente des Wiener Schauspielers und Impresarios Joseph Felix von Kurz-Bernardon.
Reading List:
Ein Ordner mit ausgewählten Texten steht zu Beginn der Veranstaltung bereit.
Pirrotta, Nino: „Commedia dell’Arte and Opera.“ In: The Musical Quarterly, 61. Jg. (1955), S. 305 - 324.
Charton, Anke: „Ich wollt’, ich wär’ ein Mädchen!“ Genderverkehrung in der Oper zwischen Strukturfigur und Travestie.“ In: Haider-Pregler, Hilde et al. (Hg.): Komik. * Ästhetik – Theorien – Strategien. (Maske und Kothurn; Bd. 51,4). Wien 2006, S. 392 - 400.