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Institut für Theaterwissenschaft

Prof. Dr. Christina Thurner

Tanzmetropole Paris – von der "Académie royale de danse" zum "Centre national de la danse"

Veranstaltungsdaten: 
Montag 14-16 (Beginn 1.10.2007, Ende 17.12.2007) 2 SWS, 6/7 ECTS-Punkte (für Studierende Ma und Liz/HS), Ort: Hallerstrasse 5, SR 204.
Beschreibung: 

Im Zentrum dieses Seminars steht Paris als besonders vielfarbig-facettenreiche Tanzlandschaft, von der nicht nur gesamteuropäisch einflussreiche Impulse ausgingen/ausgehen, sondern in die auch immer wieder Strömungen „von außen“ hineingetragen wurden/werden, um in diesem Schmelztiegel künstlerischer Kreativität neue Gestalt anzunehmen. Hierbei richtet sich der Blick auf den Tanz als eigenständige Kunstform und im Zusammenspiel mit anderen (darstellenden) Künsten, aber auch als bewegter Ausdruck (sozio-)kulturellen Handelns jenseits der Bühne.

Insofern sollen am Beispiel Paris – als einem Brennpunkt der europäischen Kunstszene – paradigmatische Tendenzen tänzerisch-choreographischer Formen und Bewegungsgestaltungen vom späten 17. bis beginnenden 21. Jahrhundert aufgezeigt und kontextualisiert werden.

Literatur: 
  • Bernard, Michel: De la création chorégraphique. Paris 2001.
  • Chazin-Bennahum, Judith: Dance in the shadow of the Guillotine. Southern Illinois University 1988.
  • Chazin-Bennahum, Judith: The Lure of Perfection. Fashion and Ballet, 1780–1830. New York 2005.
  • Christout, Marie-Françoise: Le Ballet de Cour au XVIIe siécle. Iconographie thématique. Genf 1987.
  • Christout, Marie-Françoise: Le ballet de cour de Louis XIV, 1643–1672. Paris 2005.
  • Décoret-Ahiha, Anne: Les danses exotiques en France 1880–1940. Paris 2004.
  • Guest, Ivor: The Ballet of the Second Empire. London 1974.
  • Guest, Ivor: The Romantic Ballet in Paris. London 1980.
  • Guest, Ivor: The Ballet of the Enlightenment. London 1997.
  • Guest, Ivor: Le Ballet de l’Opéra de Paris. Paris 2001.
  • Guest, Ivor: Ballet under Napoleon. London 2002.
  • Guilcher, Jean-Michel: La Contredanse. Un tournant dans l’histoire française de la danse. Paris 2003.
  • Hourcade, Philippe: Mascarades & ballets au Grand siècle, 1643–1715. Paris 2002.
  • Kahane, Martine und Nicole Wild: Les Ballets Russes à l’Opéra. Paris 1992.
  • McGowan, Margaret: L’Art du ballet de cour en France, 1581–1643. Paris 1963.
  • Smith, Marian: Ballet and Opera in the Age of Giselle. Princeton / Oxford 2000.
  • Robinson, Jacqueline: Modern Dance in France: An Adventure, 1920–1970. Amsterdam 1997.
Hinweise: 

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 23. September 2007!

Tanz hören – Musik sehen

Veranstaltungsdaten: 
Dienstag 16-18 (Beginn: 2.10.2007, Ende 18.12.2007), 2 SWS, 5/6 ECTS-Punkte (für Studierende Ba und Liz/GS), Ort: Hallerstrasse 5, SR 204 oder 104.
Beschreibung: 

Bedingt durch den drastischen Rückgang von Auftragskompositionen für den Tanz seit Beginn des 20. Jahrhunderts, gehört es zum Alltagsgeschäft eines Choreographen, bei seiner Musikauswahl auf Kompositionen zurückzugreifen, die zunächst keineswegs für eine szenische Umsetzung, geschweige denn für eine tänzerische Interpretation gedacht waren.

Für das Publikum ergibt sich hieraus als logische Konsequenz, dass bisherige (Hör-)Erfahrungen und Erwartungen durchbrochen werden: Zu der (evtl. schon aus anderen Zusammenhängen bekannten) akustischen Wahrnehmung tritt eine optische Komponente, die mit der Musik in ihrer Semantik korrespondieren oder divergieren, sie in ihren Strukturen visualisieren oder auch kontrapunktieren und in ihrer Wirkung intensivieren oder auch relativieren kann.

Auf der Basis ausgewählter Choreographien des 20./21. Jahrhunderts zu Kompositionen aus dem „klassischen“ bzw. „neo-klassischen Kanon“ von Bach bis Strawinsky über „Neue“ bzw. „Experimentelle Musik“ bis zu hin sogenannter „U-Musik“ sollen an explizit sehr unterschiedlichen Beispielen „musikchoreographische“ Verfahren in ihren historischen und analytischen Dimensionen untersucht werden.

Literatur: 
  • Böhme, Fitz: Der tanzende Mensch. Vom musiklosen Tanz. Leipzig 1921.
  • Damsholt, Inger: „Mark Morris, Mickey Mouse and choreomusical Polemic“. In: The Opera Quarterly. vol. 22, no. 1, 2006, S. 4–21 [special issue: Sound moves]. http://oq.oxfordjournals.org/current.dtl#ARTICLES
  • Humphrey, Doris: Die Kunst, Tänze zu machen. Zur Choreographie des Modernen Tanzes. Wilhelmshaven 1985 (dort vor allem die Kapitel zum Verhältnis von Musik und Tanz).
  • Jeschke, Claudia: Tanz als BewegungsText. Analysen zum Verhältnis von Tanztheater und Gesellschaftstanz (1910–1965). Tübingen 1999.
  • Jordan, Stephanie: Fedor Lopukhov. Writings on ballet and music. Madison / Wisconsin 2002.
  • Jordan, Stephanie: Moving Music. Dialogues with Music in Twentieth-century Ballet. London 2000.
  • Jordan, Stephanie: „Musical/choreographic Discourse. Method, Music Theory, and Meaning“. In: Morris, Gay (Hg.): Moving Words. Re-writing Dance. London 1996, S. 15–28.
  • Jordan, Stephanie / Morrison, Simon (Hrsg.): Sound moves. An International Conference on Music and Dance. Proceedings. Roehampton / London 2005.
  • Kirchmann, Kay: „Musik als erinnerte Zeit. Formen und Funktionen der Musik in den Choreographien von Pina Bausch“. In: tanzdrama, Nr. 22/23, 1993, S. 18–21.
  • Köllinger, Bernd: „Versuch über die Tanzsinfonie“. In: ders., Der Tanz. 10 Versuche. Berlin 1975, S. 137–157.
  • McClary, Susan: „Music, the Pythagoreans, and the Body“. In: Leigh Foster, Susan: Choreographing History. Bloomington / Indianapolis 1995, S. 82–104.
  • Pietzsch, Ulrich / Wolgina, Lydia: Die Welt des Tanzes in Selbstzeugnissen. Berlin 1977 (dort vor allem der Beitrag von Isadora Duncan und das Interview mit John Cranko).
  • Sawyer, Elizabeth: Dance with the music. Cambridge 1985.
  • Stefan, Paul. Tanz in dieser Zeit. Wien 1926 (dort insb. das Kapitel „Tanzmusik“). Teck, Katherine: Music for the Dance. Reflections on a collaborative Art. New York 1989.
Hinweise: 

Zusatzangebot: Praktikum – „Freiwillige Hör- und Sehstunde“ In diesem freiwilligen Praktikum sollen jeweils am Montagabend ab 18.15 Uhr jene Choreographien, die am darauf folgenden Dienstag innerhalb der Seminarstunde „Tanz hören – Musik sehen“ besprochen werden, in ganzer Länge gezeigt werden. Fallweise können auch Aufzeichnungen von Produktionen, die in dem Seminar „Tanzmetropole Paris“ besprochen werden, auf dem Programm stehen.

Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 23. September 2007!

Ein Schiff in hohem Seegang

Christoph Marthaler und die Bewegung am Zürcher Schauspielhaus

Christina Thurner: Ein Schiff in hohem Seegang: Christoph Marthaler und die Bewegung am Zürcher Schauspielhaus. Zus. mit Jörg Wiesel. In: Tanzdrama 59. Heft 4. 2001, S. 13-15.

Manifestationen des Körpers

Zu Visionen von Präsens/Präsenz im zeitgenössischen Bühnentanz

Christina Thurner: Manifestationen des Körpers: Zu Visionen von Präsens/Präsenz im zeitgenössischen Bühnentanz. In: Adorf, Sigrid u.a. (Hgg.): Is it now? – Gegenwart in den Künsten (=Zürcher Jahrbuch der Künste 2006, Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich). 2007, S. 156-165.

„Ein Blitz, der aus dem Herzen fährt“

Zur Wirkungsgeschichte des Tanzdiskurses im 18. Jahrhundert

Christina Thurner: „Ein Blitz, der aus dem Herzen fährt“: Zur Wirkungsgeschichte des Tanzdiskurses im 18. Jahrhundert. In: Bischof, Margrit; Feest, Claudia; Rosiny, Claudia (Hg.): e_motion. Hamburg 2006 (=Jahrbuch Tanzforschung Bd. 16). 2006, S. 123-138.

Komische Melancholie

Slapstick-Zitate bei Meg Stuart und Joachim Schlömer

Christina Thurner: Komische Melancholie: Slapstick-Zitate bei Meg Stuart und Joachim Schlömer. In: Maske und Kothurn. Internationale Beiträge zur Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Heft 4/2006: Komik. Ästhetik. Theorien. Strategien. Hrsg. v. Hilde Haider-Pregler u.a.. 2006, S. 331-338.

Es war einmal ein Statement

Anne Teresa De Keersmaekers Tanzsolo „Once“ als politische Reflexion

Christina Thurner: Es war einmal ein Statement: Anne Teresa De Keersmaekers Tanzsolo „Once“ als politische Reflexion. In: Forum Modernes Theater. 1/2005. 2005, S. 95-107.

In die Luft geschrieben

Beobachtungen zur Semiose im zeitgenössischen Tanz

Christina Thurner: In die Luft geschrieben: Beobachtungen zur Semiose im zeitgenössischen Tanz. In: Ernest W.B. Hess-Lüttich (Hg.): Tanz-Zeichen. Vom Gedächtnis der Bewegung (= Special Issue of Kodikas/Code. Ars Semeiotica 26 (2003). Gunter Narr, Tübingen 2004, S. 307–317.

Aus der Reihe tanzen

Körper-Raum-Zeit in Bewegung

Christina Thurner: Aus der Reihe tanzen: Körper-Raum-Zeit in Bewegung. In: Performativ! Performance-Künste in der Schweiz. Ein Reader. Eingerichtet von Sibylle Omlin. Hrsg. v. Pro Helvetia Kommunikation. Zürich 2004, S. 51–58.

Wie eine Taubenfeder in der Luft

Leichtigkeit als utopische Kategorie im Ballett

Christina Thurner: Wie eine Taubenfeder in der Luft: Leichtigkeit als utopische Kategorie im Ballett. In: Figurationen. Gender, Literatur, Kultur. 1/2003: Leichtigkeit / lightness. Hrsg. v. Gabriele Brandstetter. 2003, S. 107-116.

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